Ende Jänner kommt es zu großen Mengen an Schneefall, sodass der Verkehr teilweise zum Erliegen kommt. Erst nach drei Tagen sind die Straßen soweit vom Schnee befreit, dass die Strecken im Außerfern wieder normal befahren werden können
Zu Beginn des Februar kommt es in Innsbruck und Reutte zu mehreren beunruhigenden Anschlägen mittels Papierböllern durch die Nationalsozialisten. In ganz Österreich flammen Unruhen und Kämpfe zwischen verschiedenen politischen Richtungen auf, wobei es zu einer großen Anzahl von Toten und Verletzten kommt
Ein furchtbares Schicksal ereilt am 14. März den 14jährigen Heinrich Beck, Sohn eines Brauerei- und Gasthofbesitzers in Reutte. Derselbe rutscht auf den Stufen der Stiege aus und gerät ganz unglücklich mit dem Kopf in eine Schnurschlinge - er erhängt sich während des Spiels in den Kunststofffäden seines Kinderflugzeugs
Ein breiter Güterweg nach Kaisers wird angelegt
Anfang April werden die Baulose im Zuge des Ausbaues der Lechtaler Straße vorgestellt. Es handelt sich dabei um:
1. Bau der Johannesbrücke über den Lech
2. Umfahrung der Durchfahrt in Elbigenalp
3. Verlegung der Straße bei Bach
4. Verlegung der Straße in Holzgau
5. Verbreiterung des Streckenabschnittes (Felsstrecke) von der Hohenalpbrücke bis Warth
1. Bau der Johannesbrücke über den Lech
2. Umfahrung der Durchfahrt in Elbigenalp
3. Verlegung der Straße bei Bach
4. Verlegung der Straße in Holzgau
5. Verbreiterung des Streckenabschnittes (Felsstrecke) von der Hohenalpbrücke bis Warth
Anfang Mai wird eine staatliche Ent- und Umschuldungsaktion für Gebirgsbauern angestoßen, um zumindest die größte Not zu lindern
Die Österreichische Zugspitzbahn AG wird am 23. Mai, nachdem die bestellte Verwaltung an das Bundeskanzleramt die Meldung erstattet, dass mehr als die Hälfte des Aktienkapitals verloren gegangen sei, aufgelöst
Am 27. Mai wird österreichweit der Jugendtag gefeiert. In den meisten Außerferner Gemeinden werden dafür Spiele und Attraktionen aufgeführt
Am 17. Juni erbebt die Erde im Oberen Lechtal
Eine Welle des Terrors brandet durch Österreich. Vor allem im Osten, aber auch in Vorarlberg und Tirol kommt es immer wieder zu Gewalttaten und Sprengstoffanschlägen mit Verletzten oder gar Toten
Am 28. Juni um 2 Uhr früh wird auf die Bahnstrecke der Mittenwaldbahn zwischen Lermoos und Ehrwald ein Sprengstoffanschlag verübt. Die Geleise werden an zwei Stellen schwer beschädigt, die Wiederinstandsetzung aber so schnell durchgeführt, dass der um halb 7 Uhr fällige Zug Reutte-Innsbruck bereits ohne Probleme passieren kann
In der Nacht vom 27. auf den 28. Juni wird in der Nähe des Fernpasshotels ein Sprengstoffanschlag auf die Fahrbahntrasse verübt. Es kommt allerdings zu keinen nennenswerten Schäden
Am 14. Juli wird die neu erbaute Straße zwischen Bichlbach und Berwang dem Verkehr übergeben
Mitte Juli Hochwasserschäden am Nesselwängler Sulzbach - drei zerstörte Brücken - und am Plansee, wo die Fahrstraße an vier Stellen vermurt wurde
Auszug aus den Innsbrucker Nachrichten vom 20. Juli 1934
In der Nacht vom 19. auf den 20. Juli, um kurz nach halb 1 Uhr, kommt es zu einem Sprengstoffanschlag auf das Elektrizitätswerk Reutte. Dabei werden die beiden vom kleinen Plansee herableitenden Druckrohre aufgerissen und damit das Elektrizitätswerk lahmgelegt
Ein Sprengstoffanschlag gilt dem Elektrizitätswerk in Schattwald in der Nacht vom 20. auf den 21. Juli. Es kommt zu einigen größeren Beschädigungen an einem Transformatorenhäuschen
Etwa am 17. Juli tritt die Tiroler Landesregierung an den Reuttener Bürgermeister Emanuel Turri mit der Aufforderung zum Rücktritt heran. Vorangegangen waren zahlreiche politische Eskapaden und Ungereimtheiten im Finanzgebaren der Gemeinde
Das Attentat und die Ermordung des österreichischen Bundeskanzlers Dr. Engelbert Dollfuß sorgt für einige Erregung, auch in der Außerferner Bevölkerung. Viele Menschen verfolgen die Ereignisse an den Radiogeräten
Das Kinderferienwerk organisiert die Beförderung mit Zügen und die Unterbringung mehrerer tausend Wiener und Burgenländer Kinder in Tirol und insbesondere dem Außerfern
Anfang August zur Erntezeit, der Wagnermeister von Tannheim ist mit seiner Familie mit der Heuernte beschäftigt, als der zweieinhalbjährige Sohn nicht mehr gesehen wird. Nach intensiver Suche konnte der Bub einige 100 Meter weiter unten an der Vils nur noch als Leiche aufgefunden werden
Bürgermeister Franz Hosp lässt am 7. August die Reuttener Schulstraße zu Ehren des toten Kanzlers in 'Kanzler Dollfußstraße' umbenennen
Die zuvor wirtschaftlich schwache Holzindustrie erhält neuen Auftrieb
Am 4. September ereignet sich ein Erdbeben, welches noch wesentlich stärker ausfällt als jenes vor drei Monaten
In Reutte wird ein neues 'Tonkino' eröffnet - das 'Hirschenkino'
Zwei Buben sind am 3. November in Ehrwald bei einem Schulkamerad zu Besuch - in der Stube finden sie ein Gewehr auf dem Tisch liegend. Die zwei Achtjährigen erkunden die Waffe, Alois Somweber blickt neugierig in den Gewehrlauf, eben dann, als sein Freund Walter Kerber - im Spiel vertieft - den Abzug betätigt. Sofort sinkt Alois zu Boden, die Kugel hat ihn tödlich an der Schläfe getroffen
In Steeg wird im Dezember eine Sennereigenossenschaft gegründet
Am 23. Dezember wird in Reutte im Tauscherhaus das Heimatmuseum für den Bezirk Reutte eröffnet