Die Not in einigen Außerferner Gemeinden wird immer drückender. In Hägerau und Steeg gibt es über Wochen kein Brot mehr, sodass die Bewohner sich gegenseitig unterstützen müssen, um nicht gänzlich in die Armut und den Hunger zu stürzen
Bei Häselgehr sind am 5. Jänner drei Landwirte mit der Holzarbeit beschäftigt, als unvermittelt ein 25 Meter langer Baum auf sie niederstürzt. Alois Lechleitner wird dabei so schwer verletzt, dass er Minuten später verstirbt. Dem Ludwig Lederhilger wird ein Bein zerschmettert - das später im Krankenhaus abgenommen werden muss. Im Mai des Jahres 1934 wird der 57jährige Bauer Pius Friedl zu vier Monaten Arrest, auf drei Jahre bedingt, verurteilt
Am 21. und 22. Jänner werden in Reutte die Tiroler Skimeisterschaften ausgetragen
Am 29. Jänner veranstaltet der Österreichische Touring-Club, Sektion Reutte, ein Motorrad-Skijöring am Katzenberg
Im Sinne einer Queralpenstraße von Salzburg nach Basel wird der nicht neue Plan einer Verbindungs-Pass-Straße zwischen dem Schloss Linderhof und Füssen erneut angedacht und erste Kredite bewilligt
Anfang März verschärft die österreichische Regierung die Kontrollen an den Grenzen zu Deutschland, da man vermutet, dass die Kommunisten im Falle eines Parteiverbotes im deutschen Reich, nach Österreich fliehen könnten
Nach dem Wahlsieg der Nationalsozialisten im deutschen Reich, gewinnt diese politische Strömung auch in Österreich immer mehr Anhänger. So wird am 4. März eine große Kundgebung und Ansprache der NSDAP im Hotel Tirolerhof in Reutte abgehalten
In der Zeit vom 28. März bis zum 3. April kommt es immer wieder zu Erdstößen im mittleren Lechtal - genauer zwischen den Orten Elmen und Häselgehr
Es kommt in Tirol zu teilweise schwereren Zusammenstößen zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten (Sozialisten); beispielsweise bei Imst.
Am 1. April beginnt im deutschen Reich der Boykott jüdischer Geschäfte – auch in Tirol und dem Außerfern hegen viele einen Groll gegen jüdische Händler und Kaufleute
Am 1. April beginnt im deutschen Reich der Boykott jüdischer Geschäfte – auch in Tirol und dem Außerfern hegen viele einen Groll gegen jüdische Händler und Kaufleute
Am 7. April wird der bisherige Bezirkshauptmann Kravogl vom Dienst abgezogen - das Amt des Bezirkshauptmannes wird in der Folge an Attlmayr übergeben
Sämtliche Gewässer werden in Fischerei-Reviere aufgeteilt
Am 14. April brennt bei Namlos die Latschenbrennerei des Anton Untertroger von Anras (Osttirol) gänzlich ab. Lediglich die Wohnbaracke und die Wasserrinnen bleiben verschont
Der Propagandaminister Göbbels steigt am Osterwochenende mit seiner Familie im Alpengasthof ‚Alpenhof‘ (Haller) ab
Dollfuß proklamiert Ende Mai die Gründung der Vaterländischen Front als „überparteiliche“, aber tief katholisch und vaterländisch geprägte Organisation. Sie soll alle „treudeutschen“ Österreicher sammeln und die alten politischen Parteien überflüssig machen
Anfang Juni formieren sich erste Heimatwehrortsgruppen in den Außerferner Gemeinden
Am 9. Juni kommt es in Häselgehr - Häternach zu einem Brand des Bauernanwesens des Alfons Wolf. Zwei weitere angrenzende Gebäude fangen ebenfalls Feuer, können jedoch rechtzeitig gelöscht werden. Das Wolf-Haus brennt letztlich vollständig nieder
Die NSDAP wird in Österreich verboten
Die Tausend-Mark-Sperre des Hitler-Regimes bringt den gerade erst aufblühenden Fremdenverkehr gänzlich zum Erliegen. Österreichische Staatsbürger dürfen ohne triftigen Grund nicht mehr nach Deutschland reisen. Gruppierungen von SA und SS provozieren in ganz Tirol Aufmärsche der Polizei
Am 1. Juli kommt es zwischen Reutte und Mühl zu einem Anschlag auf das Stromnetz. Der Täter wirft eine mit einer Fahrradkette verbundene Kuhkette über die Stränge der Freileitung, woraufhin durch Kurzschluss die Lichter in Reutte erloschen.
Aber nicht nur im Außerfern, sondern allerorts werden Anschläge verübt, sodass die polizeilichen Kontrollen ausgeweitet und sämtliche Bahnlinien, Brücken, Tunnels und weitere Objekte von Posten der Heimatwehr ständig bewacht werden
Aber nicht nur im Außerfern, sondern allerorts werden Anschläge verübt, sodass die polizeilichen Kontrollen ausgeweitet und sämtliche Bahnlinien, Brücken, Tunnels und weitere Objekte von Posten der Heimatwehr ständig bewacht werden
Zwischen Lechaschau und Pinswang ist der Freiwillige Arbeitsdienst mit der Regulierung des Lechs beschäftigt
Am 21. Juli überfliegen mindestens zwei Flugzeuge den Reuttener Talkessel und das untere Lechtal bis Vorderhornbach und werfen dabei Flugzettel der NSDAP ab
Im Bereich von Pinswang, Vils und im mittleren Tannheimer Tal wird ein Schädlingsbefall durch die sogenannte Maulwurfsgrille (Gryllotalpa gryllotalpa), im Volksmund als Schmotzgrille benannt, verzeichnet. Weite Flächen der Felder sterben hierbei ab, da die Engerlinge der Grillen sämtliche Wurzeln abfressen. Vor allem die angebauten Kartoffeln werden von den Tieren vollständig vernichtet
Am Samstag den 12. August wird auf Neuschwanstein ein Konzert zu Ehren Richard Wagners veranstaltet. Als Gäste sind Reichskanzler Adolf Hitler und der Vizekanzler von Papen zugegen
An der süddeutschen Grenze kommt es immer wieder zu bewaffneten Übergriffen von Nationalsozialisten. Auch im schweizerischen Basel übertreten die NS-Leute die Grenze und verletzen das Hoheitsrecht
Am 30. August wird Gauleiter Franz Hofer von einem SA-Trupp in einer spektakulären Aktion aus dem Innsbrucker Gerichtsgefangenenhaus befreit, woraufhin die Flucht in das benachbarte Bayern offenbar über das Außerfern und Reutte erfolgte
Eine groß angelegte Aktion der Nationalsozialisten führt zum Abbrennen mehrerer Hakenkreuze in der umliegenden Bergwelt, so etwa im Bereich der Hochschanz, am Säuling und an der Gehrenspitze. An der Lechbrücke zwischen Lechaschau und Reutte wird eine Hakenkreuzflagge aufgehängt, welche anderntags durch die Polizei wieder entfernt wird
Am Sonntag den 1. Oktober wird ein Segelflieger des Segelflugclub's Innsbruck auf den Tannheimer 'Gigge hi' gebracht, von dem er schließlich mittels Gummiseil startet. Leider geht der Flieger bei einem in zu niedriger Höhe ausgeführten Manöver zu Bruch und wird in der Folge wieder nach Innsbruck transportiert. Ein zweiter Flieger verbleibt in Tannheim, da "das Gelände hier für Anfänger ausgezeichnet" sei und der Fluglehrer bald wieder in das Tal kommen will
Anfang Oktober wird die Betriebseinstellung der Zugspitzbahn, wie auch der Zugspitzbahnhotels angekündigt. Obwohl die Zugspitzbahn auf deutscher Seite stets voll ausgelastet ist, ist auf österreichischer Seite durch die 1000-Mark-Sperre jeglicher Tourismus zum Erliegen gekommen
In Reutte wird eine Ortsgruppe der ostmärkischen Sturmscharen gegründet
Am Beginn des November gibt es mehrere Verhaftungen von Nationalsozialisten im Bezirk
Am 8. November ereignet sich ein relativ starkes Erdbeben mit dem Epizentrum im Raum Namlos. In Namlos selbst, bei Vorderhornbach und in Reutte werden zahlreiche Schäden gemeldet
Am 9. November wird aufgrund wiederholter nächtlicher Störungen und Sabotageakte ein Verbot für die Gemeindegebiete Reutte, Breitenwang, Lechaschau, Pflach, Ehenbichl, Wängle und Höfen ausgesprochen, welches unter 18jährigen untersagt, sich nach 8 Uhr abends draußen aufzuhalten. Das Verbot wird am 20. Dezember vorläufig wieder aufgehoben
Mit 10. November wird die Todesstrafe wieder eingeführt
Ende November wird im Zuge eines staatlichen Straßenbauprogrammes zur Minderung der Arbeitslosenzahlen mit der Verlegung des Straßenzuges begonnen: "...die teilweise Verlegung der Bundesstraße von Reutte nach Pflach, die durch den erhöhten Autoverkehr notwendig gemacht wurde. Wie bekannt, weist die heutige Straße vor dem Eingang in die geschlossene Ortschaft Pflach eine erhebliche Steigung und eine ziemlich unübersichtliche Kurve auf. Um nun diesen Mangel zu beseitigen, ist geplant, ein gutes Stück der Bundesstraße von Reutte nach Pflach weiter nach rechts zu rücken und zwar dergestalt, daß die neue Straße in der Nähe des Wötzerhauses... [...] ...beim Hüttenbichl müssen ungefähr 2500 Kubikmeter Felsen weggesprengt werden..."
Ende November wird in Fachkreisen die Wiederansiedlung von Steinböcken im Außerfern diskutiert
Im Zuge der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen kommt die Gaistalstraße wieder ins Gespräch. Bezirkshauptmann Mörl schildert die Details dem Bundeskanzler Dollfuß in einem Treffen in Wien persönlich
Am 30. Dezember findet die letzte Reuttener Gemeinderatssitzung des Jahres statt. Ein wichtiger Punkt ist der Verkauf von Grund 'am Dürrenberg hinter Mühl', dem heutigen Sonnenbichl, an Dr. Ing. Paul Schwarzkopf