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Tragisches Geschick (1921)

Allgemeiner Tiroler Anzeiger vom 16. Aug. 1921

Mütter - Käthe Kollwitz (1919)
Tragisches Geschick. Aus Elmen wird berichtet: Ein namenloses Unglück traf am 10. ds. die Familie Hammerle. Der 66jährige Hans Hammerle begab sich mit seiner 12-jährigen Ziehtochter nach seiner im Bschlabertal gelegenen Gröbenbergwies, um dort seine Heuarbeiten zu beendigen.
Gegen Mittag kehrte er zurück; bei dem sogenannten bösen Tritt am Habicheck wollte Hammerle neben dem Fußsteige befindliche Himbeeren für das Mädchen pflücken, glitt aber auf den Kieselsteinen aus und stürzte die zirka 50 bis 60 Meter hohe, senkrechte Felswand hinunter in den reißenden Streimbach, wo er an einem Stein mit total zertrümmertem Schädel und Gliedern hängen blieb und um 1 Uhr nachmittags von der Gendarmeriepatrouille Alois Papler und Josef Erhart, sowie Hermann Mayer geborgen wurde. Der Verstorbene, als großer Kinderfreund bekannt — seine Ehe blieb kinderlos — übernahm 1910 von seiner verstorbenen Schwägerin zehn Waisenkinder im Alter von 6 Wochen bis zu 16 Jahren zu Erziehung. Durch dieses große Werk der Nächstenliebe sicherte er sich ein dauerndes Andenken.

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