Berge & Hütten » Ammergauer Alpen » TauernTauern (1841m)



Ammergauer Alpen
Charakter: Alpinwandern
T4Talort: Breitenwang
Wege und Pfade
Tourenbericht vom 10. Juni 2006
Für heute habe ich mich mit Flo und Reinhard für eine Tour verabredet. Nach kurzer Beratung war klar, es würde auf den Tauern gehen...
...vom Parkplatz am Scheitelpunkt der Fahrstraße zum Plansee, führt in südwestlicher Richtung der Pfad in den Wald hinauf. Kurz über einen Fahrweg und dann durch einen Buchenwald. Der Steig wird zunehmend steiler und der letzte Winter hat an manchen Stellen seine Spuren hinterlassen, aber es ist dennoch gut zu gehen. Noch über den oberen Quergang hinauf und durch eine Latschengasse, dann befindet man sich auch schon in der Aussichtszone des Berges.

Zunächst kann man den Blick noch über den Reuttener Talkessel, das untere Lechtal und hinein zum Plansee schweifen lassen, aber mit zunehmender Höhe tun sich immer mehr Ausblicke auf. Ein paar Mal auf und ab und der kreuzbestandene
Zunterkopf (1811m) ist erreicht. Nach kurzer Rast und einigem Geknippse dann Abstieg über die Südschulter des Zunterkopfes in eine Einschartung. Dort nach rechts über einen kleinen Steig unterhalb der auffälligen Felsen hindurch. Weiter durch Latschengassen und allmählich ansteigend bis zum Gipfel des
Tauern (1841m).

Ein kleines Alukreuz schmückt den höchsten Punkt der heutigen Tour. Ein Gipfelbuch gibt es aber nicht (obwohl eine Kassette am Kreuz angebracht wäre). Von hier jetzt ein schöner Ausblick auf den Heiterwanger See hinunter und hinüber zum Kohlberg, Pitzenegg und der Hochschrutte. Vom Gipfel nach Osten über den Grat hinab und immer durch Latschengassen hinaus bis unter die Schrofennas - einem recht isoliert stehenden Felsturm. Dort führt auch der Pfad durch die Schmalzgrube hierher.
Jawohl, ein Pfad... als solcher aber oft nicht wirklich erkennbar. Immer wieder nach irgendwelchen Trittspuren suchend, irren wir oftmals über den Rücken und suchen jegliche Latschengasse nach dem Weiterweg ab. Häufig eher zufällig finden wir wieder ein paar Tritte und folgen diesen, bis sie sich abermals im Latschengewirr verlieren. Wer also solche Pfadfinder-Aktionen nicht mag, ist bestens beraten vom Gipfel des Tauern umzukehren und über den Aufstiegsweg auch wieder abzusteigen.

Wer dennoch Lust hat weiterzugehen, kann wie wir über eine nach Südosten ausgerichtete Schulter absteigen und den ganz, ganz feinen Pfadspuren folgen in der Hoffnung diese nicht zu verlieren ;) Bald treffen wir auf einen Geländeabsatz. Nach links geht es durch ein kleines Buchenwäldchen hinunter zu der Jagdhütte. Kurz unterhalb treffen wir dann auf das prickelndste Wegstück des heutigen Tages: ein Grat aus äußerst bröseligem Fels (Grätle) führt auf eine Geländeschneide hinaus. Es existieren sogar Seilsicherungen, die aber teilweise das Hinschauen nicht auszuhalten scheinen. Ist das etwas kniffelige Stück überwunden, geht es ein paar Meter weiter unten in die 2. Runde (allerdings ist dieses Stück wesentlich kürzer aber offenbar noch brüchiger!).
Wenn man dann von der Kante hinunterschaut, fragt man sich, wo denn da ein Weg hinunter verlaufen soll? Man würde beinahe annehmen, es ginge senkrecht hinunter... aber ganz so schlimm ist es dann doch nicht und ein kleiner Pfad mit unendlich vielen Mini-Serpentinen führt hinunter bis an das Ufer des Plansees. Für alle die mit Knieproblemen zu schaffen haben, vorne in ihren Schuhen mit den Zehen anstoßen oder ganz einfach das Abwärtsgehen nicht mögen - eine Höllentour ;) Aber um die Zehen und Knie dann wieder zu entspannen, darf man ja anschließend noch über den Uferweg bis vor zum Gasthof Seespitze (nicht über die Brücke rüber gehen, sondern geradeaus weiter!) und entlang des 'kleinen Plansees' wieder bis hinauf zum Parkplatz beinahe eben gehen.
Fazit: eine wirklich interessante und abenteuerliche Tour für alle Pfadfinderanwärter. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind unbedingt mitzubringen, genauso wie Orientierungssinn. Die Ausblicke belohnen auf dieser Tour für alle eventuellen Strapazen.
Geschichte und Sonstiges
Aus: Außferner Bote vom 5. Sep. 1931
Kreuzaufstellung auf dem Tauern. Man schreibt uns: Am Frauentage wurde auf dem Gipfel des Tauern ein Kreuz von 7 Meter Höhe einbetoniert. Schon am Samstag abends schleppten die Burschen mit großer Begeisterung das fertige Kreuz den Berg hinauf, wo dann am anderen Morgen in aller Frühe Böller den Talbewohnern verkündeten, daß die Arbeit vollendet sei. Am letzten Sonntag nahm Hochw. Herr Kooperator Auderer die Einsegnung vor, wofür wir ihm in aller Oeffentlichkeit bestens danken, wie auch jenen, die an der Aufstellung sich beteiligt haben und deren Namen sind: Karl Wagner, Karl Niederer und Fr. Angerer aus Breitenwang, Ant. Hohenreiner jr., Th. Hohenreiner, Jos. Wagner jr. und M. Reisigl aus Mühl sowie Herm. Schlux aus Lähn. Das Holz stammt von der Gemeinde Breitenwang, die Schnitzarbeit von F. Angerer, Mühl. Die Ausarbeitung übernahm Hans Lutz aus Breitenwang, die Blechbeschlagung Spenglermeister E. Peter, Reutte. — Ferner erhalten wir noch folgende Mitteilung: Die an der Aufstellung des Kreuzes Beteiligten gehörten nicht dem Wintersportvereine Breitenwang an, wie in einem anderen Blatte fälschlich berichtet wurde. Außer dem Kreuze wurde auf diesem Berggipfel noch eine Tafel für die gefallenen Krieger aus der Gemeinde Breitenwang aufgestellt. Dieses Gedenkzeichen haben Pepi Bauer, Gießer in Lech-Aschau und Theodor Hohenreiner in Mühl in Gußarbeit hergestellt.chatKommentare
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