Wörle Martin
Geburts-, Wohn-,
Arbeits- oder Wirkungsort
Lechaschau
Sterbejahr
1929
9
Aus: Außferner Bote vom 20. Feb. 1929
Lech-Aschau. Am 12. ds. M. starb hier Herr Martin Wörle, Kriegsinvalider, im Alter von 30 Jahren. Der Verstorbene mußte, kaum daß sein Vater vom Felde nach Haufe gekommen war, an die italienische Front einrücken. An der Piave geriet er in Gefangenschaft und kam zunächst in ein Gefangenenlager an die Adria. Von dort wurde er als Ruhrkranker in das Epidemiespital nach Mantua und später nach Bovigno gebracht. Als er nach seiner Freigabe über die Schweiz nach Innsbruck befördert wurde, war er derart abgemagert, daß sein Gewicht samt Montur nur 42 Kilo betrug. Im Jahre 1920 in die Heimat zurückgekehrt, trug er bereits den Todeskeim in sich. Vor eineinhalb Jahren entwickelte sich daraus eine schwere Krankheit und trotzdem Herr Dr. Fischer aus Pfronten und Herr Dr. Somweber ihre ganze Kunst aufboten, um den Leidenden am Leben zu erhalten, mußte er dennoch am 12. Februar seinen Geist aufgeben. An seinem Begräbnisse nahmen zahlreiche Personen teil, darunter auch der hiesige Kriegerverein, der dieses Opfer des Weltkrieges durch eine Ehrensalve ehrte.