Aus: Ausferner Bote vom 15. Okt. 1925 Reutte, 13. Okt. (Todfall). Heute morgens 3 Uhr starb hier nach längerer Krankheit Herr Franz Unterbuchner, kgl. bayr. Jagdstationsoberjäger und Hausbesitzer im Alter von 68 Jahren. Herr Unterbuchner erblickte am herrlichen Chiemsee das Licht der Welt, wo sein Vater ein Zementwerk besaß. — Der Franzi aber zeigte schon in der Jugend große Vorliebe fürs Jagd- und Schießwesen, weshalb er sich dem Jägerberufe widmete. Er trat in die Dienste Sr. kgl. Hoheit, des Prinzregenten Luitpold und kam 1887 als kgl. bayr. Jagdstationsgehilfe hieher. Ihm unterstand bie Verwaltung der zum Schutze des Leibgeheges Hohenschwangau, in Tirol vom bayr. Hof gepachteten Jagden. Dies sind hauptsächlich die Gemeindejagden von Breitenwang, Reutte, Pflach und Pinswang. Vorübergehend wurde auch die Gemeindejagd Heiterwang angepachtet. Herr Unterbuchner war ein ausgezeichneter Jäger u. brachte die unter seiner Verwaltung stehenden Jagden zu hoher Blüte, so daß die Gemeinden hohe Pachtzinse erzielten. Auch als Scheibenschütze war Herr Unterbuchner in früheren Jahren in ganz Bayern und Tirol bekannt. Es hat kaum ein größeres Schießen stattgefunden, an dem sich H. Unterbuchner nicht mit bestem Erfolge beteiligt hat. Im Jahre 1920 trat Unterbuchner in den wohlverdienten Ruhestand. Alsbald aber fing er an zu kränkeln, es trat Wassersucht ein, welche schließlich seinen Tod herbeiführte.