Sterbebild zur Verfügung gestellt bzw. zusätzliche Informationen gegeben von: Pfarrer Dr. Otto Walch Herzlichen Dank!
425
Aus: Außferner Bote vom 2. März 1929 Steeg. Das 13jährige Schulmädchen Martha Hauser begab sich am Sonntag nach dem Nachmittagsgottesdienste mit mehreren Mitschülerinnen von Steeg nach Kienberg, um dort gemeinsam eine Schulaufgabe zu machen. Unterwegs löste sich eine Schneelawine und riß zwei Mädchen in die Tiefe. Rosamunde Maldoner vermochte sich noch an einem Bäumchen zu halten, während Martha mit der Lawine 200 Meter tief in den Kaiserbach sauste, wo sie erst am folgenden Tage als Leiche aus dem Wasser geholt werden konnte, nachdem man sich am Sonntag schon viel darum bemüht hatte. Die Bergung gestaltete sich infolge des felsigen Terrains und des vielen Eises sehr schwierig, zumal ein Hinunterkommen in den Kessel des Kaiserbaches, wo die Leiche im Wasser lag, großer Lebensgefahr verbunden war. Martha war ein braves und sehr fleißiges Kind und es wendet sich das Mitleid den schwergeprüften Eltern und Geschwistern zu. Erst vor wenigen Tagen wäre ein Bruder des Mädchens bald an Kohlenoxydgas vergiftet worden und beim Heuziehen wäre er bald unter eine Lawine gekommen. Nun hat sich der Tod ein anderes Opfer dieser Familie geholt. Vor 9 Jahren, am 16. Februar 1920, verunglückte ein Onkel dieses Kindes, Ludwig Hauser, durch eine Lawine.