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Das Stauche Weibli

Vor mehreren hundert Jahren standen auf der Gschwendimni bei Nesselwängle zwei Bauernhäuser: ein großes stattliches, das einem reichen Weiblein gehörte, das einen Stall voll Vieh hatte, und ein kleines, unansehnliches, in dem ein armes Bäuerlein hauste, das nur eine einzige Kuh notdürftig füttern konnte.

Das Stauche Weibli, so wurde nämlich die reiche Bäuerin genannt, konnte ihre Kühe nicht nur mit dem allerbesten Milchgras, 'Mataun', füttern, sondern es mischte darunter auch Knoblauch, um sie vor der Viehkrankheit zu schützen. Bei der Tränke oder auf der Viehweide wurden daher ihre Kühe von der Kuh des armen Bäuerleins verfolgt, da sie schmeckte (roch), daß ihre Weidegefährtinnen 'falsch gemietet wurden', d. h. unerlaubtes, für sie verlockendes Futter erhielten. Da geschah es einmal, daß bei einem solchen gegenseitigen Kampfe, die entkräftete, abgemagerte Kuh des armen Bäuerleins von den Kühen der reichen Bäuerin über einen steilen Felsen heruntergestochen (gestoßen) wurde und dabei zu tot fiel. Seit dieser Zeit heißt dieser Schrofen 'Stauche Weiblisschrofen' und sie muß an diesem Orte seitdem geistern.
Um Mitternacht kann man bisweilen auf diesem Schrofen am Waldesrande ein altes Weiblein mit einem Lichte gehen sehen, den Kopf in ein rotes Tuch gehüllt, und mancher, der in dessen Nähe vorbei kam wurde durch ihren Angstruf erschreckt: 'Knofla und Mataun — hant mi an denn Platz hertaun.'


NAG 6/30
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Winterfreuden
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