Burgen

Kalden

Burgruine

kalden buck
Rundturm Burg Kalden
Rundturm der Burg Kalden


Die Höhenburg der Burg Kalden (Neu-Kalden) befindet sich auf einem Geländesporn 90 Meter über der Iller an der Illerschleife (Illerdruchbruch) im Nordwesten von Altusried. Gegen Westen machten einst die steilen Abhänge des Tobels den Zugang unmöglich, während die Ostseite sehr steil zur Iller abfiel und heute großflächige Abgleithänge bildet. Geologische Instabilität führte bereits im Mittelalter zu mehrmaligen Fels- und Hangrutschungen. Die erstmals 1128 erwähnte Burg Kalden (Alt-Kalden, 'Kalden uff der Yller' unter Berchtold von Caldin) stand ursprünglich etwa 400 Meter weiter nördlich, direkt an der Geländekante des scharf zulaufenden Geländerückens. 1350 kam die Burg an Heinrich von Schellenberg, 1357 an Konrad von Rotensteins Gattin Ursula. Bereits vor 1500 - möglicherweise 1385 - stürzt jedoch der Großteil des Gemäuers über die Geländekante hinab in die Iller. 1440 scheint die Burg Alt-Kalden sicher abgegangen, da in den Urkunden lediglich noch vom "vordern und hintern Berg" die Rede ist[1].

Die Burgherren von Kalden waren stets stiftskemptische Dienstmannen und mit der niederen Gerichtsbarkeit belehnt. 1515 beginnt Marschall Johann Joachim von Pappenheim mit dem Bau der Burg Neu-Kalden an erhöhter, heute noch lokalisierbarer Position. 1525 wird die neue Burg während des Bauernkrieges von stiftkemptischen Leuten eingenommen, Hans Joachim von Pappenheim nimmt aber Rache und gebärdet sich bald als berüchtigter Raubritter - zumindest aus stiftkemptischer Sicht[1]. 1639 erlischt schließlich die Linie der Pappenheimer und 1692 verlassen die noch verbliebenen Bewohner die Burg.

Im Jahr 1803 ereignet sich dann ein Großbrand im nahen Altusried und die Bewohner nutzen die verlassene Burg kurzerhand als Steinbruch für den Wiederaufbau ihrer Höfe und Häuser.

Einzelnachweise


1. Allgäuer Geschichtsfreund Bnd. 1 / 1888

Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten!

Einen Kommentar hinterlassen

← Zurück