Aus: Außferner Bote vom 31. Aug. 1935
Aus der Zeit der Römerherrschaft haben sich auch in der Gegend von Ernberg, wo sich ein Straßenkastell befand, viele römische Münzen erhalten, die noch lange nach dem Untergange der Römerherrschaft in Schwaben und Bayern als Zahlungsmittel kursierten. Im Falgerschen Museum in Elbigenalp befindet sich eine Sammlung solcher Münzen, ich selbst besitze eine Kupfermünze des Kaisers Claudius Gothicus (gestorben 270 nach Christi Geburt), die beim Bau eines neuen Weges auf Schloß Ernberg in der Erde gefunden wurde. Solche Münzfunde rühren oft davon her, daß die geängstigten Bewohner bei Beginn der Völkerwanderung ihr Geld vor den zurückflutenden römischen Kohorten versteckten. Josef Kögl belichtet in seinen "Notizen über den Pfarrbezirk Breitenwang", Seite 19, daß nicht selten römisches Kupfergeld in der Pfarrkirche zu Breitenwang geopfert oder statt eines Theresienkreuzers eingenommen und ausgegeben wurde.
Man schrieb das Jahr 1532, da kam dem König Ferdinand I., dem späteren Kaiser, zu Ohren, im Sommer des Vorjahres, um den Margaretentag herum, hätte ein Enkel des Bauern und Jägers Oswald Selb aus dem Lechtal auf einer Alpe, wo er das Vieh hütete, einen Hafen aus Metall gefunden, in dem sich bis in die 353 alte heidnische Pfennige befanden. Sofort ließ König Ferdinand von Regensburg aus am 12. März 1532 durch den Postboten Martin Roßmann von Füssen dem Pfleger von Ernberg, Ulrich von Maltiß, den Befehl zustellen, der Sache nachzugehen und über den Fund zu berichten.
Aus dem Berichte des Pflegers v. Maltiß vom 24. März 1532, dessen Original im Landesregierungsarchiv Innsbruck (Ambraser Akten, Missiv.) erhalten ist, entnehmen wir die folgenden interessanten Feststellungen:
Der genannte Selb kam vor einiger Zeit auf das Schloß Ernberg und brachte mit schlecht verdeckten Worten vor, wie sein Enkel, ein kleiner Knabe, während er sich auf einem Berg im Holz aufhielt, bei einer alten Tanne etliche alte heidnische Pfennige gefunden habe, u. zw. 158 Stück in einem Hafen. Auf die Aufforderung, das Geld mit dem Hafen zu bringen, überbrachte Selb die 153 Pfennige samt dem Handhebel des Hafens und bat zugleich, es möge dem armen Buben der Wert des Fundes vergütet werden. Dem Pfleger kam es verdächtig vor, daß Selb nicht den ganzen Hafen, sondern nur ein herausgebrochenes Stück davon mitgebracht hatte, daher drang er (in den Bauern, wahrheitsgemäß zu sagen, ob der Hafen, was seiner Gestalt nach wahrscheinlich schien, nicht mehr Geld enthalten habe. Selb antwortet mit nein, worauf der Pfleger Kundschafter ausschickte, die in Erfahrung brachten, daß der Hafen tatsächlich viel mehr Geldstücke enthielte, als angezeigt wurde. Selb hätte einen Teil verkauft und verschenkt. Es gelang dem Pfleger, 180 Stück und den Hafen selbst zustandezubringen, so daß sich der Münzfund auf 338 Stück ergänzte. Davon erhielten die Herren von Laubenberg und Jörg Hagen in Pflach als Lohn für ihre erfolgreichen Nachforschungen 9, bezw. 2 Pfennige zugebilligt. Es waren also im ganzen 327 Pfennige mitsamt dem Hafen, die der Pfleger Maltiß mit dem obgenannten Berichte "gut verpetschafft" durch den Postboten Roßmann der Königlichen Majestät untertänigst zusenden konnte.
Diesem Berichte fügte der Pfleger noch die Bitte bei, der König wolle dem armen Enkel des Selb einen Finderlohn zusprechen, das Geld aber nicht in die Hände des Selb gelangen lassen, der dem Knaben bereits sein „Gütl" vertan habe und sicher auch das, was sein Enkel bekommen werde, vergeuden würde. König Ferdinand I. ließ nach Empfang der Sendung dem Pfleger 20 Gulden zustellen, und zwar waren davon 15 Gulden für den armen Knaben bestimmt, während Selb selbst 2 Gulden und der Pfleger 3 Gulden „auf seine Zehrung" zugewiesen erhielten.
Eine andere Münzgeschichte spielte im Jahre 1552. Der Tirolische Zahlmeister König Ferdinands I. verlor auf seiner Durchreise bei Reutte den ansehnlichen Betrag von 400 neuen Halbtalern. Nach Innsbruck gelangte der Bericht, eine alte Weibsperson hätte nicht weit von Reutte in einem „Gsteudach oder Gehölz" diese Summe gefunden. An den Pfleger von Ernberg, Friedrich von Hausen, erging am 14. Juni 1552 der Befehl (Landesreg-Arch. zu Innsbruck, Kopialbuch, Causa Domini 1549 — 1555 fol. 168), in Reutte von Haus zu Haus Erkundigungen einzuziehen, sich dabei aber bei den Weibspersonen, „damit sie sich darob nicht entsetzen, bescheidentlich zu halten". Leider fehlt in den Akten der Bericht des Pflegers, so daß wir über das Ergebnis der angestellten Untersuchung keine Kunde haben.
Aus der Zeit der Römerherrschaft haben sich auch in der Gegend von Ernberg, wo sich ein Straßenkastell befand, viele römische Münzen erhalten, die noch lange nach dem Untergange der Römerherrschaft in Schwaben und Bayern als Zahlungsmittel kursierten. Im Falgerschen Museum in Elbigenalp befindet sich eine Sammlung solcher Münzen, ich selbst besitze eine Kupfermünze des Kaisers Claudius Gothicus (gestorben 270 nach Christi Geburt), die beim Bau eines neuen Weges auf Schloß Ernberg in der Erde gefunden wurde. Solche Münzfunde rühren oft davon her, daß die geängstigten Bewohner bei Beginn der Völkerwanderung ihr Geld vor den zurückflutenden römischen Kohorten versteckten. Josef Kögl belichtet in seinen "Notizen über den Pfarrbezirk Breitenwang", Seite 19, daß nicht selten römisches Kupfergeld in der Pfarrkirche zu Breitenwang geopfert oder statt eines Theresienkreuzers eingenommen und ausgegeben wurde.
Man schrieb das Jahr 1532, da kam dem König Ferdinand I., dem späteren Kaiser, zu Ohren, im Sommer des Vorjahres, um den Margaretentag herum, hätte ein Enkel des Bauern und Jägers Oswald Selb aus dem Lechtal auf einer Alpe, wo er das Vieh hütete, einen Hafen aus Metall gefunden, in dem sich bis in die 353 alte heidnische Pfennige befanden. Sofort ließ König Ferdinand von Regensburg aus am 12. März 1532 durch den Postboten Martin Roßmann von Füssen dem Pfleger von Ernberg, Ulrich von Maltiß, den Befehl zustellen, der Sache nachzugehen und über den Fund zu berichten.
Aus dem Berichte des Pflegers v. Maltiß vom 24. März 1532, dessen Original im Landesregierungsarchiv Innsbruck (Ambraser Akten, Missiv.) erhalten ist, entnehmen wir die folgenden interessanten Feststellungen:
Der genannte Selb kam vor einiger Zeit auf das Schloß Ernberg und brachte mit schlecht verdeckten Worten vor, wie sein Enkel, ein kleiner Knabe, während er sich auf einem Berg im Holz aufhielt, bei einer alten Tanne etliche alte heidnische Pfennige gefunden habe, u. zw. 158 Stück in einem Hafen. Auf die Aufforderung, das Geld mit dem Hafen zu bringen, überbrachte Selb die 153 Pfennige samt dem Handhebel des Hafens und bat zugleich, es möge dem armen Buben der Wert des Fundes vergütet werden. Dem Pfleger kam es verdächtig vor, daß Selb nicht den ganzen Hafen, sondern nur ein herausgebrochenes Stück davon mitgebracht hatte, daher drang er (in den Bauern, wahrheitsgemäß zu sagen, ob der Hafen, was seiner Gestalt nach wahrscheinlich schien, nicht mehr Geld enthalten habe. Selb antwortet mit nein, worauf der Pfleger Kundschafter ausschickte, die in Erfahrung brachten, daß der Hafen tatsächlich viel mehr Geldstücke enthielte, als angezeigt wurde. Selb hätte einen Teil verkauft und verschenkt. Es gelang dem Pfleger, 180 Stück und den Hafen selbst zustandezubringen, so daß sich der Münzfund auf 338 Stück ergänzte. Davon erhielten die Herren von Laubenberg und Jörg Hagen in Pflach als Lohn für ihre erfolgreichen Nachforschungen 9, bezw. 2 Pfennige zugebilligt. Es waren also im ganzen 327 Pfennige mitsamt dem Hafen, die der Pfleger Maltiß mit dem obgenannten Berichte "gut verpetschafft" durch den Postboten Roßmann der Königlichen Majestät untertänigst zusenden konnte.
Diesem Berichte fügte der Pfleger noch die Bitte bei, der König wolle dem armen Enkel des Selb einen Finderlohn zusprechen, das Geld aber nicht in die Hände des Selb gelangen lassen, der dem Knaben bereits sein „Gütl" vertan habe und sicher auch das, was sein Enkel bekommen werde, vergeuden würde. König Ferdinand I. ließ nach Empfang der Sendung dem Pfleger 20 Gulden zustellen, und zwar waren davon 15 Gulden für den armen Knaben bestimmt, während Selb selbst 2 Gulden und der Pfleger 3 Gulden „auf seine Zehrung" zugewiesen erhielten.
Eine andere Münzgeschichte spielte im Jahre 1552. Der Tirolische Zahlmeister König Ferdinands I. verlor auf seiner Durchreise bei Reutte den ansehnlichen Betrag von 400 neuen Halbtalern. Nach Innsbruck gelangte der Bericht, eine alte Weibsperson hätte nicht weit von Reutte in einem „Gsteudach oder Gehölz" diese Summe gefunden. An den Pfleger von Ernberg, Friedrich von Hausen, erging am 14. Juni 1552 der Befehl (Landesreg-Arch. zu Innsbruck, Kopialbuch, Causa Domini 1549 — 1555 fol. 168), in Reutte von Haus zu Haus Erkundigungen einzuziehen, sich dabei aber bei den Weibspersonen, „damit sie sich darob nicht entsetzen, bescheidentlich zu halten". Leider fehlt in den Akten der Bericht des Pflegers, so daß wir über das Ergebnis der angestellten Untersuchung keine Kunde haben.
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