
Zusammenbruch, Entnazifizierung und Neubeginn
Kurz vor Kriegsende im Frühjahr 1945 war die Stimmung in der Bevölkerung von einer tiefen, alles umfassenden Mischung aus Angst, Erschöpfung und Verzweiflung geprägt. Die anfängliche Kriegseuphorie der späten 1930er-Jahre war längst einer harten Realität gewichen, die vor allem von der Furcht vor direkten Kampfhandlungen beim Heranrücken der alliierten Truppen bestimmt wurde. Hinzu kam der extreme Druck durch fanatische Durchhaltebefehle der NS-Führung, die bei jeglicher Kritik oder Defätismus sofortige Vergeltungsmaßnahmen und Gestapo-Terror androhten.
Neben der ständigen Ungewissheit über das Schicksal von Angehörigen an der Front belastete ein katastrophaler materieller Notstand den Alltag im Außerfern. Angesichts zusammengebrochener Transportwege, mangelnder Lebensmittel und des Zustroms von Evakuierten sowie KZ-Außenlager-Häftlingen wuchs die Überlebensangst rasant an. Die Menschen sehnten das rasche Ende des Schreckens herbei, während gleichzeitig die bange Frage im Raum stand, wie auf den Trümmern des untergegangenen Regimes ein ziviler Neubeginn gelingen könnte.
Der gebürtige Tannheimer Dr. Anton Klotz übernahm als Gründungschefredakteur der Tiroler Tageszeitung eine entscheidende Rolle beim demokratischen Neuaufbau des Landes. Gestützt auf seine Integrität als KZ-Häftling des Konzentrationslagers Buchenwald und Widerstandskämpfer prägte er die Tiroler Presselandschaft der Nachkriegszeit maßgeblich. Unter seiner publizistischen Führung leistete die Zeitung einen unverzichtbaren Beitrag zur Entnazifizierung, indem sie den Bruch mit der nationalsozialistischen Ideologie vollzog, die Gräueltaten des Regimes aufarbeitete und den Weg für eine demokratische Medienkultur in Tirol ebnete.
Wernher von Braun
Wernher von Braun erlangte zunächst durch die Entwicklung der ersten leistungsstarken und funktionstüchtigen Rakete, der "V2", an Bekanntheit. Bereits seit 1937 beschäftigte er sich als technischer Direktor an der Heeresversuchsanstalt Peenemünde mit der Konstruktion dieser ersten Rakete mit großer Reichweite. Bei einer gezielten Bombardierung der Versuchsanstalt durch die Briten im August 1943 konnte sich Braun in einen Bunker retten und überlebte so den Angriff.
Um die Versuche weiter führen zu können legte man im Nahbereich des KZ Buchenwald eine unterirdische Anlage an und überbaute diese zur Tarnung mit einem Arbeitslager. Dieser mit dem Tarnnamen "Arbeitslager Dora" versehene Bau wurde später auch für die Serienproduktion der V2 genutzt.
Im April 1945 besetzten US-Truppen die umfangreichen Produktionsstätten bei Bleicherode. Nur wenige Tage vorher wurde von Braun nach Oberammergau verlegt. Einige Tage später flüchtet er vor der französischen Armee nach Oberjoch. Der Alatsee war während des Krieges stets militärisches Sperrgebiet. Unter anderem errichtete man am und in dem See versuchsweise Rampen für Raketenstarts auf dem Wasser. Offenbar befinden sich noch heute an gewissen Stellen unter der Wasseroberfläche Gestänge und Aufbauten der damaligen Apparaturen.
Als die Amerikaner Oberbayern einnahmen setzte sich Magnus von Braun, der Bruder Wernhers, mit den US-Truppen in Verbindung, wohl um ein Überlaufen in die Wege zu leiten. So konnten sich die Amerikaner neben den konfiszierten V2-Raketen auch das technische Wissen sichern. Am 3. Mai 1945 stellt sich von Braun zusammen mit seinem Bruder und einigen Wissenschaftlern seines Teams den US-Streitkräften in Reutte.
Nach dem Krieg

General Bethouart
Durch die ab dem 20. Juli hier eingesetzte 4. marokkanische Division kommt es in den nächsten Wochen und Monaten zu zahlreichen Übergriffen auf die Zivilbevölkerung. Vor allem Frauen und Mädchen sind auf den Straßen nicht mehr wirklich sicher und suchen in der Kirche oder im Widum Schutz. Trotzdem ereignen sich zahlreiche Vergewaltigungen, ja auch Morde.
Erst nach dem Abzug der Besatzungstruppen kehrt endlich wieder Friede ein.
Bei Vils stürzt am 16. Juli 1945 eine B-17 Flying Fortress der 94th Bomb Group (410th Bomb Squadron) mit der Kennung 44-8149 während eines Frachtfluges ab und zerschellt an einer Felswand. Alle sieben Besatzungsmitglieder kommen dabei ums Leben, die Leichen werden in den darauf folgenden Tagen mit Hilfe einheimischer Kräfte durch die US-Army geborgen und abtransportiert.
Bemerkenswert an diesem Vorfall ist, dass das Unglück oder die Arbeiten in der Folgezeit in keinem Zeitungsartikel oder sonst einem zeitgenössischen Text auftauchen.
verstorbene Besatzungsmitglieder
Rolland Catton
Wayne Dutler (Corporal)
Leonard Ehlers
Lawrence Foley (Lieutenant)
Russell O'Rourke (Sergeant)
Walter Sutherland (First Lieutenant | Pilot)
Walter Trout (Lieutenant)
Eine Gedenkstelle für die Crew dieser Maschine befindet sich im Zachary Taylor National Cemetery in Louisville, Jefferson County in Kentucky (USA), Grabstelle E, 129-130.
Am 14. Dezember 1945 bemerkt Stanley Goehry, Technical Seargent der US-Army, als erster das Verschwinden einer B-17G der 305th Bombardment Group, des US Air Mobility Command. Die Maschine war im Zuge eines Material- und Personentransportfluges vom belgischen St. Trond aus zum Flugplatz Lechfeld unterwegs - wo sie jedoch nicht ankam.
Den letzten Signalen zufolge vermutete man den Absturz der Maschine in den Schweizer Bergen.
Am 20. April 1946 will eine Gruppe Bergsteiger den Hochvogel erklimmen. An der Westflanke, unweit der sogenannten Schnur, treffen sie auf Trümmer und Wrackteile und alarmieren daraufhin umgehend die Behörden. Das Rätsel um den Verbleib der Maschine mit der Seriennummer 44-8796 ist damit gelüftet.
Einen ausführlichen Bericht zum Absturz und der aufwändigen Bergung der Maschine gibt es auf wanderpfa.de nachzulesen.
Pilot: Madarassy, Richard C. - Washington (New York) - 1. Lt.
Co-Pilot: Snyder, James W. - Pennsylvania - F/O
Navigator: Ledbetter, John D. - Kalifornien - F/O
Ingenieur: Blankenship, Jack - Oklahoma - Cpl.
Funker: Brackney, Richard C. - Pennsylvania - T/Sgt.
Passagier: Blohme, Herman C. - Washington (New York) - Cpl.

Lokalisation der Absturzstelle nach Angaben der Bergsteigergruppe - Quelle: National Archives Catalog; NAID: 91161565


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