Der Kurat Johann Veith von Berwang schreibt:
„Was seit dem 21. Jänner des Jahres 1844, mehr aber noch seit dem 28. und 29. Tag des nämlichen Monats für das Thal Berwang wegen des außerordentlichen Schneefalles und Sturmwindes zu fürchten war, ist am ersten Februar in Erfüllung gegangen. Vorbothen eines tragischen Vorfalles waren folgende Staublawinen, von denen die erste am 28. Jänner, die zweite am 29., und die dritte am 31. Jänner aus dem Alpeles-Thale, Stockach gegenüber, hervorbrach, und die erste und dritte bis zum Eingange des Stockacherthales sich verbreitete. Am 28. Jänner erhob sich die vierte Staublawine aus dem „weiten" Thale, und drang vor bis unter die Häuser von Bichlbächle; endlich am 29. stürzte die fünfte von den Wiesmähdern herab über den Weg bis an den entgegengesetzten Berg. Nach diesen schreckenerregenden Vorbothen endlich verursachte der Sturmwind am 1. Februar um 6 Uhr Abends eine sechste Staublawine im sogenannten „Regal" und obern „Charle" im Umfange von eineinviertel Stunden und in einer Entfernung (von Stockach) von einzweidrittel Stunden, welche mit Blitzesschnelligkeit vom Berge herab durch das enge Thal bis unter das Alpeles-Thälchen heraustobte, große Bäume brach oder entwurzelte, vor sich hinschleuderte oder mit sich in der Höhe forttrug, endlich einige derselben auf die Mühle und Schneidemühle, in der Thalsohle zwischen Stockach und Bichlbächle gebaut, hinwarf, und darin eben dadurch, wie durch den sie begleitenden Sturmwind Mahl- und Schneidemühle zusammenftieß und so 7 Menschen größtentheils zerschmetterte, und eine Person (die Tochter) tödlich verwundete, die auch nach 42 Stunden starb. Ganz Aehnliches ereignete sich auch in Stockach bei dem ersten auswärts gegen das Thal gebauten Hause, wo ebenfalls aus gleiche Art 4 Menschen durch den Einsturz desselben, von der Staublawine verursacht, zu Grunde gingen. Welch' einen schauerlichen Anblick die gänzliche Zerstörung dieser Häuser darbot, noch mehr aber das Aussehen dieser gräßlich entstellten Leichen gewährte, und was auf die Herzen der Lebenden der Blick auf diese elf, auf Schlitten zum Gottesacker gezogenen Verunglückten, die am 5. Febr. begraben wurden, gewirkt habe, mag man sich selbst denken."
Es wurden bei diesem Lawinenunglück verschüttet und fanden hiedurch den Tod:
Josef Hosp, Müllermeister, 49 Jahre alt
Maria Katharina Jäger, des Obigen Gattin, 50 Jahre alt
Franz Anton Hosp, 18 Jahre alt
Maria Elisabeth Hosp, 15 Jahre alt
Josef Anton Hosp, 12 Jahre alt
Jakob Hosp, 9 Jahre alt
Johann Hosp, 5 Jahre alt
ferner Anna Maria Klotz, Gattin des Johann, 61 Jahre alt
Maria Elisabeth Klotz, 36 Jahre alt
Johann Klotz, 33 Jahre alt
Johann Georg Klotz, 28 Jahre alt
Bemerkenswert hiezu ist noch, daß auf dieses Unglück hin die seit dem Jahre 1743 wieder, aber bisher leider erfolglos an das fürstbischöfliche Ordinariat in Brixen gerichtete Bitte der beiden Fraktionen Klein-Stockach und Bichlbächle um Errichtung einer eigenen Seelsorge-Expositur endlich Berücksichtigung fand; der aus Prad im Vintschgau gebürtige Johann Veith, Kurat in Berwang, zog sich nach Klein-Stockach zurück und wirkte dort als erster Expositus durch eineinhalb Jahre 1845/1846.
„Was seit dem 21. Jänner des Jahres 1844, mehr aber noch seit dem 28. und 29. Tag des nämlichen Monats für das Thal Berwang wegen des außerordentlichen Schneefalles und Sturmwindes zu fürchten war, ist am ersten Februar in Erfüllung gegangen. Vorbothen eines tragischen Vorfalles waren folgende Staublawinen, von denen die erste am 28. Jänner, die zweite am 29., und die dritte am 31. Jänner aus dem Alpeles-Thale, Stockach gegenüber, hervorbrach, und die erste und dritte bis zum Eingange des Stockacherthales sich verbreitete. Am 28. Jänner erhob sich die vierte Staublawine aus dem „weiten" Thale, und drang vor bis unter die Häuser von Bichlbächle; endlich am 29. stürzte die fünfte von den Wiesmähdern herab über den Weg bis an den entgegengesetzten Berg. Nach diesen schreckenerregenden Vorbothen endlich verursachte der Sturmwind am 1. Februar um 6 Uhr Abends eine sechste Staublawine im sogenannten „Regal" und obern „Charle" im Umfange von eineinviertel Stunden und in einer Entfernung (von Stockach) von einzweidrittel Stunden, welche mit Blitzesschnelligkeit vom Berge herab durch das enge Thal bis unter das Alpeles-Thälchen heraustobte, große Bäume brach oder entwurzelte, vor sich hinschleuderte oder mit sich in der Höhe forttrug, endlich einige derselben auf die Mühle und Schneidemühle, in der Thalsohle zwischen Stockach und Bichlbächle gebaut, hinwarf, und darin eben dadurch, wie durch den sie begleitenden Sturmwind Mahl- und Schneidemühle zusammenftieß und so 7 Menschen größtentheils zerschmetterte, und eine Person (die Tochter) tödlich verwundete, die auch nach 42 Stunden starb. Ganz Aehnliches ereignete sich auch in Stockach bei dem ersten auswärts gegen das Thal gebauten Hause, wo ebenfalls aus gleiche Art 4 Menschen durch den Einsturz desselben, von der Staublawine verursacht, zu Grunde gingen. Welch' einen schauerlichen Anblick die gänzliche Zerstörung dieser Häuser darbot, noch mehr aber das Aussehen dieser gräßlich entstellten Leichen gewährte, und was auf die Herzen der Lebenden der Blick auf diese elf, auf Schlitten zum Gottesacker gezogenen Verunglückten, die am 5. Febr. begraben wurden, gewirkt habe, mag man sich selbst denken."
Es wurden bei diesem Lawinenunglück verschüttet und fanden hiedurch den Tod:
Josef Hosp, Müllermeister, 49 Jahre alt
Maria Katharina Jäger, des Obigen Gattin, 50 Jahre alt
Franz Anton Hosp, 18 Jahre alt
Maria Elisabeth Hosp, 15 Jahre alt
Josef Anton Hosp, 12 Jahre alt
Jakob Hosp, 9 Jahre alt
Johann Hosp, 5 Jahre alt
ferner Anna Maria Klotz, Gattin des Johann, 61 Jahre alt
Maria Elisabeth Klotz, 36 Jahre alt
Johann Klotz, 33 Jahre alt
Johann Georg Klotz, 28 Jahre alt
Bemerkenswert hiezu ist noch, daß auf dieses Unglück hin die seit dem Jahre 1743 wieder, aber bisher leider erfolglos an das fürstbischöfliche Ordinariat in Brixen gerichtete Bitte der beiden Fraktionen Klein-Stockach und Bichlbächle um Errichtung einer eigenen Seelsorge-Expositur endlich Berücksichtigung fand; der aus Prad im Vintschgau gebürtige Johann Veith, Kurat in Berwang, zog sich nach Klein-Stockach zurück und wirkte dort als erster Expositus durch eineinhalb Jahre 1845/1846.
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