Schnippsel

Eine neue Sprungschanze auf der Lähn

Aus: Außferner Bote vom 27. Aug. 1932
Vor 5 Jahren wurde die Ehrenberger Schanze mit hochherziger Unterstützung der Reuttener Geschäftswelt errichtet. Im Laufe der Zeit hat sich aber diese Schanze trotz des Umbaues auf 50 Meter Sprungweite nicht bewährt. Die Ursache lag darin, daß die Ehrenberger Schanze an einer windigen Stelle steht und daß die Schneeverhältnisse alles eher als günstig waren, auch das Gerüst mußte jedes Jahr, wenngleich noch so viel Schnee lag mit Schnee eingeworfen werden, was große Unkosten verursachte.

Aus diesem Grunde war der Verein schon Jahre hindurch bestrebt, eine neue Schanze an einem günstigeren Platze zu errichten. Endlich ist nun der Wunsch des Vereines erfüllt und es kann bereits am Montag mit dem Baue begonnen werden, wobei vorläufig 5 Arbeiter Beschäftigung finden.

Die neue Schanze entsteht oberhalb des herrlichen Weilers Lähn und hat den Auslauf zur Bahnstation Lähn-Kreckelmoos. Den Bau hat in erster Linie der Brauereibesitzer Anton Köpf aus Füssen, dem das Gasthaus in Lähn gehört, durch eine Spende von 1000.— Schilling, ferner die Gemeinde Breitenwang durch kostenlose Abtretung des Grundes zum Anlauf der Schanze ermöglicht. Außerdem ist es mit Unterstützung der Gemeinde Reutte dem Verein gelungen, sich die produktive Arbeitslosenfürsorge zu Nutze zu machen. Die Marktgemeinde hat sich weiters noch dazu bereit erklärt, die sozialen Abgaben für die Arbeiter zu tragen.

Zur Profilierung des Aufsprunges müssen 1600 Kubikmeter Erde verlegt werden, da die Schanze eine reine Naturschanze werden soll. Ihre Lage ist vorzüglich, da dort, wie jahrelange Beobachtungen ergeben haben, günstige Schneeverhältnisse herrschen und selbst in schneearmen Zeiten auch größere Veranstaltungen sichergestellt sind, was bei kaum einer anderen Schanze in Tirol vorkommt.

Für die Zuschauer liegt am Ende des Aufsprunges links und rechts ein Hügel, von wo aus man den Sprunglauf herrlich verfolgen kann. Die Schanze wird, wenn nicht unerwartete Verhältnisse eintreten, heuer noch fertig gestellt und bei der Austragung der Tiroler Meisterschaft eröffnet werden.


Aus: Außferner Bote vom 21. Nov. 1934
Ausbau der Sprungschanze. Die Arbeiten zum Ausbau der Sprungschanze auf der Lähn werden mit aller Energie durchgeführt. Derzeit sind 28 Leute damit beschäftigt, nach den Anweisungen des Ing. Kirschner vom Forstärar die notwendigen Erdbewegungen zu bewerkstelligen. Dank des Entgegenkommens der Industriellen Bezirkskommission wird diese Arbeit aus den Mitteln der produktiven Arbeitslosenfürsorge gefördert. Die Gemeinde Reutte hat einen weiteren Zuschuß bewilligt, so daß die Aufbringung der Konsten nunmehr gesichert ist. Der Sportreferent des Oesterr. Skiverbandes Fred Schatz aus Innsbruck hat vorgestern die Anlage besichtigt und erklärt, daß die geplanten Arbeiten vollauf zweckmäßig und erfolgversprechend sind. Im übrigen arbeiten die unermüdlichen Funktionäre des Wintersportvereines fleißig an den Vorbereitungen für die Austragung der Oest. Ski- und Staffelmeisterschaft, die ja bekanntlich in Reutte Mitte Februar abgehalten wird.

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