Sterbebilder

Bader Hans

Bader Hans

Ort:
Holzgau

Gedenkjahr:
1935

Leitender Arzt der Sanatorien der Kreuzschwestern in Graz
Info / Bild von:
Pfarrer Dr. Otto Walch
Danke!

Aus: Außferner Zeitung vom 28. Juni 1914
Promotion eines Lechtalers. Am 17. Juni wurde an der k. k. Universität in Graz Herr Hans Bader aus Holzgau im Lechtale zum Doktor der Medizin promoviert. Herr Dr. Bader hat seine gesamten Hochschulstudien in Graz zurückgelegt, war Mitglied der katholisch-deutschen Studentenverbindung 'Carolina' und durch zwei Semester Senior dieser Verbindung.

Aus: Außferner Bote vom 30. Jän. 1935
Holzgau. Wie der Blitz aus heiterem Himmel traf uns die Trauernachricht von dem völlig unerwarteten Tode des Medizinalrates Dr. Hans Bader, dem langjährigen Chefarzt des Sanatoriums der Kreuzschwestern in Graz. „Baders Hans", wie er im Volksmund geheißen wurde, war ein Bruder, des ebenfalls aus unserem Orte stammenden Landtagspräsidenten Christian Bader. Alljährlich, wenn auch mitunter nur für kurze Zeit, suchte unser großer, nunmehr verewigter Mitbürger seine Heimat auf, um sich ein wenig Schonung zu gönnen. Um den Heimgegangenen trauern nicht nur seine Angehörigen, sondern der ganze Ort und die Umgebung.

Einem Nachruf in der „JZ" entnehmen wir folgendes: Der Tod hat aus den Reihen der Aerzteschaft in Graz einen ihrer hervorragendsten Vertreter abberufen. Medizinalrat Dr. Hans Bader, der langjährige Chefarzt des Sanatoriums der Kreuzschwestern erlitt in Der Nacht auf Samstag in seiner Wohnung einen Herzanfall, dem er binnen kürzester Zeit erlag.
Dr. Hans Bader, der erst am 23. Jänner in sein 48. Lebensjahr trat, war in Holzgau in Tirol geboren. Nach Absolvierung des Gymnasiums in Brixen im Jahre 1907 wandte er sich dem Medizinstudium an der Grazer Universität zu und wurde im Juni 1914 zum Doktor der gesamten Heilkunde promoviert. Mit Ausbruch des Krieges rückte er sofort als Arzt zum 1. Tiroler Kaiserjäger-Reg. ein, wo er 1912 auch sein Freiwilligenjahr absolviert hatte. Er machte den ganzen Krieg, wiederholt an den schwersten Frontabschnitten, mit. Für sein beispielgebendes Verhalten als Arzt, wobei er sehr oft unter schwerstem feindlichen Feuer seiner Pflicht oblag, wurde Dr. Bader mit dem Goldenen Verdienstkreuz mit der Krone und mit dem Signum laudis, ferner mit dem Karl-Truppenkreuz und mit dem Ehrenzeichen vom Roten Kreuz ausgezeichnet.
Schon als Student stand Bader als strammer katholischer Tiroler in den Reihen der katholischen Studentenschaft. Bald nach seiner Rückkehr aus dem Kriege wurde Dr. Bader zum leitenden Arzt des Sanatoriums der Kreuzschwestern berufen, dem er sein vielseitig bewährtes ärztliches Wissen in reichstem Maße zum Wohle unzähliger Patienten lieh. Der Bundespräsident verlieh auch Dr. Bader im Oktober 1933 in Anerkennung seiner Tätigkeit den Titel eines Medizinalrates. Sein sonniges Wesen, seine unversiegbare Lebensbejahung, die sich stets wohltuend seiner Umgebung mitteilte, schufen Dr. Bader viele Freunde. Er erfreute sich in der Grazer Gesellschaft großer Beliebtheit, insbesondere war er in katholischen Kreisen sehr geschätzt. Die Tiroler Geradheit und das mutige und energische Eintreten für seine Grundsätze und seine Freunde errang ihm auch die Achtung Andersdenkender. Das Leichenbegängnis fand gestern um 15.30 Uhr auf dem Zentralfriedhof in Graz statt.

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