
Ahnentafel der Zeiller am Familiengrab (Breitenwang)
- Christoph Zeiler - Salzfaktor in Reutte (Urkunde vom Februar 1622)
- Georg Zeiller - Gastwirt zur Goldenen Rose in Reutte (Urkunde der Zunftbruderschaft Bichlbach vom 14. Juni 1699)
Paul Zeiller
Kreuzigungsszene von Paul Zeiller in der Pfarrkirche Tannheim
Die Umstände zwangen den Witwer mit drei kleinen Kindern, rasch eine neue Ehe zu schließen und schon am 24. November 1698 verheiratete er sich zum zweiten Mal, diesmal mit Anna Kurz. Am 26. September 1699 kam die kleine Anna Maria zur Welt, die spätere Ehefrau des Malers Balthasar Riepp. Aus dieser zweiten Ehe gingen fünf weitere Kinder hervor, darunter auch Johann Jakob (* 8. Juli 1708), welcher als einziger von den Söhnen den Hang Paul Zeillers zur Malerei teilte. Ab 1710 bekleidet Paul Zeiller zudem das Amt des Bürgermeisters von Reutte. Nach Pauls Tod 1738 führte sein Schwiegersohn Johann Balthasar Riepp die Werkstatt weiter, in welcher unter anderem schon Pauls Sohn Johann Jakob Zeiller (1708-1783) und sein entfernter Verwandter Franz Anton Zeiller (1716-1794) ihren ersten Zeichen- und Malunterricht erhielten.
Johann Jakob Zeiller

Selbstportrait des Johann Jakob Zeiller
Auch an Wettbewerben nahm Johann Jakob teil und gewann dabei zwei erste Preise. Damit wurde Zeiller Mitglied der Akademie und durfte selbständig in Österreich und darüber hinaus im Reich arbeiten. Die erste selbständige Arbeit stellen die Fresken der Schlosskapelle Rosenau bei Zwettl dar, welche er 1738 verfertigte. Den ersten Großauftrag erhielt Johann Jakob in Form der Freskierung der neuerbauten Zisterzienserstiftskirche in Fürstenzell, wo er auch mit dem großen bayerischen Barockbaumeister Johann Micheal Fischer zusammentraf und aus deren gemeinsamer Arbeit noch viele weitere Werke Zeillers im bayerischen Raum entstanden ("Kunstlandschaft Ostbayerischer Klosterwinkel"). Es folgte das wohl größte barocke Kuppelfresko (ca.1300m²) über der Rotunde der Klosterkirche von Ettal. Als begehrter Freskomaler war er in der Folgezeit vorwiegend im süddeutschen Raum tätig und verlegte daher seinen Wohnsitz um 1755 zurück nach Reutte. Dort übernahm er die Werkstätte seines Vaters im sogenannten "Zeillerhaus", die zwischenzeitlich von seinem Schwager Balthasar Riepp geleitet wurde.
Franz Anton Zeiller

Selbstportrait des Franz Anton Zeiller (1760)
Seine italienische Studienzeit führte Franz Anton Zeiller nach Rom, Venedig und Bologna, wo er Meister wie Tizian, Sebastiano Ricci und andere traf um deren Werke zu studieren und teils zu kopieren. Seinen ersten eigenen Auftrag bekam Franz Anton Zeiller 1751 im Benediktinerstift St. Mang in Füssen. Es war der Abt Gallus Zeiller, ein entfernter Verwandter, der ihm die Bemalung der Decke in der Magnuskapelle übertrug. 1753 folgte die Freskierung und das Hochaltarbild der Pfarrkirche St. Martin von Sachsenried. Es folgte eine Zeit des gemeinsamen Schaffens mit seinem Cousin Johann Jakob Zeiller, bei der die Decken- und Kuppelfresken in der Stiftskirche von Ottobeuren entstanden.
Es sollten noch viele weitere Werke im süddeutschen Raum folgen, bevor er sich Nach Tirol aufmachte um dort etwa ein Fresko und zwei Altarbilder in Stams zu schaffen. 1765 verlegte Franz Anton sein Wirken nach Südtirol um dort für zehn Jahre zu verbleiben. Im Oktober 1768 wird er zum Hofmaler des Bistums Brixen ernannt. Erst um 1775 kehrte er wieder nach Nordtirol zurück um sich in Innsbruck niederzulassen. Ein Großauftrag führte in für zwei Jahre nach Zell am Ziller, wo er Fresken und mehrere Altarbilder schuf. 1783 rief man ihn nach Matrei in Osttirol, nach Beendigung dieser Arbeiten kehrte er jedoch endgültig in die Heimat nach Reutte zurück. Doch legte er sich keinesfalls auf das Altenteil, sondern schwang auch im hohen Alter noch den Pinsel. 1786 etwa malte er die Fresken der Pfarrkirche in Wängle und 1791 bat man ihn die St. Wendelinkirche in Grän auszugestalten. Am 4. März 1794 endete dieses arbeitsreiche Leben jedoch und Franz Anton Zeiller verstarb an der "Herz-Wassersucht" in Reutte.
Johann Georg Zeiller
Tirol und Vorarlberg; Johann Jakob Staffler (1841)
(* 6. April 1739; 19. Sep. 1800 †)
"...trat in den Orden der Gesellschaft Jesu, und erwarb sich als Redner, insbesondere als Domprediger in Augsburg, so wie als Verfasser mehrer werthvoller Schriften einen ehrenvollen Ruf..."
Aus: Ausferner Bote vom 28. Juni 1923
Reutte, 26. Juni. (Anna v. Zeiler †). Heute öffneten sich die Gruftdeckel der alten v. Zeiler'schen Familiengruft in Breitenwang, um die sterblichen Ueberreste des vorletzten Sprossen des alten, weitberühmten Geschlechtes in sich aufzunehmen, eines Geschlechtes, das der Kunstwelt und dem Lande Tirol eine Reihe berühmter Männer schenkte. Fräulein Anna v. Zeiler, mit ihrer Schwester die letzten weiblichen Nachkommen aus der Familie Zeiler, schloss in der Nacht vom 24. auf 25. Juni die Augen zum letzten Schlummer. Das stets liebenswürdige, feinsinnige Fräulein war die Tochter Friedrichs v. Zeiler und seiner Frau Josefa, geborene Moriggl.
Innsbrucker Nachrichten vom 5. Juli 1939
"Reutte. Friederike von Zeiller gestorben.
Im hohen Alter von 75 Jahren starb Fräulein Friederike von Zeiller. Mit Fräulein Zeiller schied die letzte Nachkommin des bekannten Malergeschlechtes aus dem Leben."
Literatur und Quellen
- Das Messingwerk in Pflach bei Reutte, Mutschlechner und Palme (1976)
- Extra Verren 2006 (Sighard Wacker, Georg Paula)
- Extra Verren 2010 (Josef Sagmeister)
- Extra Verren 2016 (Klaus Wankmiller)
- Wikipedia
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