Sterbebilder
Beck Heinrich
Ort:
Reutte
Gedenkjahr:
1934
durch ein Unglück ums Leben gekommen
Aus: Außferner Bote vom 17. März 1934
Tödlicher Unfall. Ein schwerer Schicksalsschlag traf unerwartet die Familie des Brauerei- und Gasthofbesitzers Adolf Beck. Der zweitjüngste Sohn Heinrich wurde am Mittwoch das Opfer eines tödlichen Unfalles, Heini, der nach Absolvierung der Bürgerschule in die Brauerei seines Vaters als Lehrling eingetreten war, hatte seine größte Freude mit Flugzeugmodellen, mit denen er sich seine freie Zeit vertrieb. Als Heini am Mittwoch nach dem Mittagessen sich wieder mit seinem Flugzeug beschäftigte, stürzte ihm dieses mehrmals in eine Wasserlacke, so daß sich der Junge, wie dies schon öfter der Fall war, veranlaßt sah, dem Flugzeug die aus Segeltuch bestehenden Tragflächen abzunehmen, um sie an
der Feuerung des Sudhauses zu trocknen. Sie sollten zu diesem Zweck an einer an einem Heizungsrohr befestigten Schnur aufgehängt werden. Noch ehe er dazu kam, glitt der Junge auf der Treppe aus und verfing sich mit dem Hals in der Schnur, die ihn derart drosselte, daß er auf der Stelle tot war. Wie schnell der Unfall vor sich gegangen war, kann man daraus ersehen, daß der Braubursche, der sich um diese Zeit in das Büro begab, um eine Dichtung zu holen, auf seinem Hinwege den Jungen vor der Brauerei mit seinem Flugzeug spielen sah, während er bei seiner nach 3—4
Minuten erfolgten Rückkehr ihn schon in leblosem Zustand antraf. Sofort angestellte Wiederbelebungsversuche hatten keinen Erfolg mehr, auch der sogleich herbeigerufene Arzt Dr. Rammerstorfer konnte nur mehr den Tod feststellen. Der Heimgegangene galt allgemein als braver und fleißiger Bursche, der wegen seines offenen und freundlichen Wesens bei allen, die ihn kannten, beliebt war. Die Schreckensnachricht von seinem plötzlichen Tod verbreitete sich wie ein Lauffeuer im Markte sowie in der ganzen Umgebung und rief überall aufrichtiges Mitleid hervor. Der auf so tragische Weise verunglückte lebensfrohe Junge wurde gestern vormittag unter großer Beteiligung aus nah und fern auf dem Friedhofe zu Breitenwang der geweihten Erde übergeben. Im Namen des Fußballklubs, dem der Heimgegangene als eifriges Mitglied angehört hatte, hielt ihm dessen Kapitän Eduard Sterzinger einen ehrenden Nachruf und legte zu den vielen Kränzen, die das offene Grab umgaben, auch einen von diesem Verein gestifteten Kranz nieder. Die zahlreiche Teilnahme beim Begräbnis möge den schwergeprüften Eltern und Geschwistern ein Trost in ihrem so herben Schmerze sein!
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