Sterbebilder

Kraus Franz

Kraus Franz

Ort:
Reutte

Gattin/Gatte

Gedenkjahr:
1933

Hotelier 'zum Hirschen'

Aus: Außferner Bote vom 6. Sep. 1933
...Franz Kraus war in München geboren und kam im Frühjahr 1905 nach Reutte, wo er sich im Herbst desselben Jahres mit der Hirschenwirtstochter Anna Huter vermählte. Gemeinsam mit seinem Schwiegervater Ignaz Huter betrieb er hierauf den Gasthof zum Hirschen, der dazumal für die heutigen Begriffe noch verhältnismäßig klein war. Mit Franz Kraus, der als gelernter Gastwirt im Ausland, u. a. auch in England tätig gewesen war, kam neues Leben nicht nur in den Gasthof zum Hirschen, sondern auch in die übrigen Reuttener Gaststätten, die sich seinen Gastbetrieb zum Muster nahmen und sich den von ihm eingeführten Neuerungen nicht verschließen konnten. Der junge, schaffensfreudige Mann suchte sich aber noch ein viel größeres Feld seiner Betätigung, In seiner Voraussicht, daß der Fremdenverkehr, der damals in Reutte noch nicht entwickelt war, später wohl eine Haupteinnahme des Bezirkes bilden werde, fing er bald an, den Gasthof umzugestalten. Wir erinnern uns noch gut daran, wie im 1. Jahrzehnt seines hiesigen Wirkens kein Frühjahr oder Herbst verging, ohne daß im Hotel zum Hirschen Neuerungen vorgenommen wurden. So entstand der Kursaal, der größte Saal des Bezirkes, und anläßlich der Austragung der 1. Tiroler Skimeisterschaft die im Jahre 1914 in Reutte stattfand, konnte Franz Kraus bereits seinen 2. Saal, den sogenannten Blauen Saal eröffnen. Die übrigen Räumlichkeiten seines Betriebes wurden im Laufe der Zeit vollständig, den modernen Anforderungen entsprechend, umgeändert...

Franz Kraus hatte sich auch um die Öffnung der Lechtaler Straße für den Automobilverkehr verdient gemacht. Die berühmte Dreipässefahrt wäre wohl ohne sein Zutun nicht zustande gekommen.

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