Sterbebilder

Lochbihler Paul

Lochbihler Paul

Ort:
Reutte

Gedenkjahr:
1932

Postamtoberverwalter

Aus: Außferner Bote vom 6. Juli 1932
Postamtoberverwalter Paul Lochbihler † .

Am Samstag, den 2. Juli ungefähr halb 12 Uhr vormittag verschied in der Heilanstalt Hochzirl der allgemein geschätzte, erst im 46. Lebensjahre stehende Amtsoberverwalter Paul Lochbihler, langjähriger Vorstand des hiesigen Postamtes an den Folgen einer unheilbaren, zum Teil im Weltkriege sich zugezogenen Krankheit, die der Verstorbene jahrelang in sich trug, ohne eigentlich den Ernst seines Leidens erkannt zu haben. Die irdische Hülle des allzu früh Dahingegangenen wurde noch am Samstag abends von der Pietät Humer nach Reutte überführt und Sonntags früh der Leichenhalle Breitenwang übergeben, von wo aus Dienstag früh dreiviertel 7 Uhr die Beerdigung erfolgte. Welch großer Wertschätzung und Beliebtheit sich der Verstorbene erfreute, kam bei dem Leichenbegängnis so richtig zum Ausdrucke. Trotz der Heuernte und des wunderschönen Wetters war eine Menge Leidtragender — Verwandte und Freunde aus nah und fern — erschienen, um ihrem geliebten Paul das letzte Geleite zu geben. Sämtliche Vorstände und große Abordnungen der verschiedenen Aemter und Behörden waren zugegen, um den teuren Toten, auf seinem letzten Gang zu begleiten. Die Postdirektion Innsbruck war durch Herrn Postrat Dr. Prast, das Postamt Reutte durch die gesamte Beamtenschaft, die Herren der Postgarage, das Tannheimer Tal durch die Herren Kollegen Zobl, Tannheim und Singer, Nesselwängle, das Lechtal durch Herrn Schnitzer, Elmen, Vils durch Herrn Wörle, Jungholz durch Herrn Kögl, Heiterwang durch Herrn Vilser usw. vertreten; das übrige Zwischentoren ließ sich wegen des für diese Gegend zu früh angesetzten Begräbnisses entschuldigen. Einen weiteren Beweis der allgemeinen Wertschätzung des Verstorbenen lieferten auch die vielen wunderschönen Blumen- und Kranzspenden, von denen jene der Postämter des Tannheimer Tales, der Beamtenschaft des hiesigen Amtes, der Postgarage, des Wirtschaftsvereines, sowie der Kranz aus Alpenrosen des einstigen Kollegen und jetzigen Hoteliers der „Alpenrose" in Zürs, des Herrn Albert Schmidt besonders erwähnt zu werden verdienen. Herr Schmidt kam schon am Vorabend des Dienstags nach Reutte, um seinen Kameraden auf dessen letzten Gang begleiten zu können. Auch der Vorstand des Postamtes St. Anton am Arlberg Herr Postoberverwalter Berger, ein guter Freund und Dienstkollege des teueren Toten, war eigens erschienen, um seinem Freund Paul Lebewohl zu sagen. Lochbihler war ein gebürtiger Jungholzer. Als Sohn des ihm vor etwa 2 Jahren im Tode vorausgegangenen Altbürgermeisters und ehemaligen Postexpeditors Stefan Lochbchler ergriff Paul in jungen Jahren die postalische Laufbahn und brachte es durch seine reichen Fächkenntnisse und seinen Diensteifer zum Amtsoberverwalter. Als erster Dienstposten war für den Verstorbenen Schattwald ausersehen; später kam er dann nach Reutte, Höfen, Imst, Meran, Oetztal, Oberpullendorf im Burgenland und am 7. Jänner 1926 — damals schon schwer leidend — wurde Lochbihler das Amt Reutte übertragen, dem er bis zum Oktober 1931 als pflichteifriger Beamter Vorstand. Mitte Oktober begab sich der Dahingegangene zur Behandlung seines damals schon unheilbaren Leidens nach Hochzirl, fand jedoch infolge der akuten Krankheitserscheinungen keine Heilung mehr. Seiner noch jungen Witwe und den 3 unmündigen Kindern wendet sich ob des schweren Verlustes allgemeine Teilnahme zu.

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