Sterbebilder

Forcher Johann Georg

Forcher Johann Georg

Ort:
Weißenbach

Gedenkjahr:
1932

Erfinder

Aus: Außferner Bote vom 2. Juli 1932
Lech-Aschau. Im 54. Lebensjahre verschied gestern früh nach viertägiger Krankheit an einer Gehirnentzündung Herr Johann Georg Forcher. An seiner Bahre trauern die Gattin und 4 unmündige Kinder. Forcher stammte aus Weißenbach und war der ehemalige Besitzer der Lammwirtschaft. Durch die Ungunst der Verhältnisse war er gezwungen, sein Heimathaus zu verkaufen. Im Weltkriege, den Forcher ebenfalls mitmachte, wurde die hohe Regierung darauf aufmerksam, daß er sich mit dem Gedanken einer hervorragenden Erfindung beschäftige. Es handelte sich um die Hebung von versunkenen Schiffen. Aus diesem Grunde wurde er während des Krieges zum Heeresministerium nach Wien berufen, um dort seine Erfindung, die ungeheure Erfolge zu verzeichnen versprach, weiter auszuarbeiten. Unterdessen, bevor noch Forcher mit den gesamten Einzelheiten fertig werden konnte, wurde der Krieg beendet. Nach Hause zurückgekehrt, beschäftigte sich Forcher noch weiterhin mit seiner Erfindung. Es gelang ihm unter ungeheuren Opfern, einige Patente zu erwerben, so von Frankreich und England. Die ungeheuren Ausgaben, die diese Arbeiten kosteten, brachten den reichbegabten Mann in schwere Wirtschaftsnöte. Das war auch die Ursache, warum der von Haus aus vermögende Erfinder um sein Hab und Gut kam. Aber auch in der Zeit seiner Armut studierte er ununterbrochen an seiner Erfindung weiter, obwohl er mit der Hände Arbeit nebenher für Weib und Kind Brot verdienen mußte. Mit dem Heimgegangenen scheidet ein durch und durch begabter Mann, der trotz seiner Armut ein angesehener Bürger war, aus dem Bezirke Reutte dahin.

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