Ort:
Nesselwängle
Gedenkjahr:
1932
Stukkateur
Aus: Außferner Bote vom 22. Juni 1932
Nesselwängle. In der Heilanstalt Kreckelmoos verschied am 18. Juni nach schwerem Leiden Herr Johann Zotz im 58. Lebensjahre. Als Sohn eines hiesigen Bauern und Stukkateurs geboren, kam er mit 14 Jahren nach Wien in die Zeichenschule und ging alsdann nach deren Beendigung mit seinem Vater in die Fremde, um Stuck- und Marmorarbeiten zu erlernen. 42 lange Jahre hat sodann der Mann in den Städten verschiedener Staaten geschafft; so besonders sind die Stuckarbeiten der Gnadenkirche in Maria Einsiedeln sein und seiner Brüder Werk. Nur kurze Zeit im Winter weilte er jedes Jahr in seiner Heimat bei seinen Lieben und auch da rasteten seine Hände nicht. Der Welterfahrene schuf im Verein mit anderen eine kleine Dorfbühne und es wurde da an langen Winterabenden frisches, geselliges Leben gepflegt; man hört auch heute noch gern aus jener guten alten Zeit erzählen. Im Weltkriege rief ihn das Schicksal an die italienische Front. Wahrlich auf Rosen gebettet war „Zotze Hans" nicht und ein mühevolles, arbeitsreiches Leben liegt hinter ihm. Aber er war ein ganzer Mann mit einem immer sonnigen Gemüte und hat sich die Heiterkeit trotz alles Schweren bis zum letzten Tage nicht nehmen lassen. Wir haben an ihm viel verloren. Wie hoch er geschätzt wurde, bewies auch die große Teilnahme in den letzten Wochen, als ihn viele Freunde und Bekannten in der Heilanstalt Kreckelmoos besuchten. Freiwillige Feuerwehr, Heimkehrer, Musikkapelle und zahlreiche Verwandte und Bekannte aus nah und fern gaben dem Verblichenen das letzte Geleite. Von seiner Beliebtheit zeugen auch die vielen Kranz- und Blumenspenden, sogar Rosen waren auf seinem Grabe zu sehen, für uns wohl völlig Fremdes. Wir wünschen dem Heimgegangenen ewige Ruhe, Frieden und ewigen Lohn für all seine guten Taten.
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