Burgen

Hugofels und Rothenfels

Burgruinen, Doppelburg



Wer heute auf dem schmalen Bergrücken oberhalb von Bühl am Alpsee steht, sieht nur noch Fragmente mächtiger Mauern. Doch im Spätmittelalter thronte hier eine der bedeutendsten Burganlagen des Allgäus: die Doppelburg Rothenfels-Hugofels. Mit nur etwa 170 Metern Abstand voneinander bildeten sie eine funktionale Einheit, die auch den Handelsweg (Salzstraße) durch das Konstanzer Tal kontrollierte.

Burg Rothenfels: Die Wiege der Grafschaft
Die Anlage Rothenfels wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts durch die Herren von Schellenberg errichtet. Ihre wahre historische Bedeutung erlangte sie jedoch erst ab 1332 unter den Grafen von Montfort-Tettnang. Die Burg wurde zum Verwaltungssitz der Grafschaft Rothenfels, die weite Teile des Oberallgäus umfasste.

Ein dramatischer Wendepunkt war das Jahr 1462, als ein Blitzschlag die Burg in Brand setzte und fast völlig zerstörte - dabei verbrannten offenbar auch die 1088 von Welf IV. hierher verschleppten Akten aus dem Augsburger Domarchiv.

Der Wiederaufbau machte sie zu einem repräsentativen Schloss, das erst im 16. Jahrhundert an Bedeutung verlor, als die neuen Herren, die Grafen von Königsegg, in das bequemere Stadtschloss von Immenstadt umzogen.

Burg Hugofels: Der Wohnturm des Grafen
Hugofels, die etwas höher gelegene Anlage, ist baugeschichtlich ein Unikat im Alpenraum. Sie erhielt ihren Namen von Graf Hugo XIII. von Montfort, der hier um 1440 einen gewaltigen quadratischen Wohnturm (Donjon) nach Schweizer Vorbild ausbauen ließ. Während Rothenfels das Zentrum der Macht war, diente Hugofels als wehrhafter Rückzugsort und herrschaftliches Wohngebäude. Noch heute beeindruckt die Ruine durch ihre massiven Mauerreste und eine geheimnisvolle, tiefe Zisterne im Kellergeschoss.

Nachdem die Burgen ab 1567 unbewohnt blieben, verfielen sie zusehends. Im 19. Jahrhundert dienten sie – wie viele Ruinen dieser Zeit – als billiger Steinbruch für so manchen Hausbau im Tal. Heute sind sie jedoch als Teil der „Burgenregion Allgäu“ touristisch erschlossen. Ein Wanderweg führt von Bühl hinauf zu den Ruinen, von denen aus man einen der spektakulärsten Ausblicke über den Großen Alpsee genießt.

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