Persönlichkeiten

Die Familie von Lutterotti in Reutte und dem Außerfern

Das ursprünglich aus dem Trentino stammende Adelsgeschlecht Lutterotti zu Gazzolis und Langenthal (Vallunga, Rovereto) hinterließ in der Tiroler Landesgeschichte markante Spuren. Mit dem Seßhaftwerden des Juristen Dr. Otto von Lutterotti (1834–1889) im Jahr 1867 verankerte sich die Familie fest im Markt Reutte. Durch seine Hochzeit mit Anna Geisenhof verband er sich mit einer angesehenen Bürgerfamilie des Ortes, erwarb rasch das Vertrauen der heimischen Bevölkerung und diente der Gemeinde schließlich als geschätzter Bürgermeister.

Aus der Reuttener Lutterotti-Linie gingen bedeutende Persönlichkeiten hervor, die das Außerfern über Generationen prägten: So stammte der renommierte Kunsthistoriker Prof. Dr. Otto von Lutterotti (1909–1991), der mit seinen Standardwerken über den Reuttener Barockmaler Franz Anton Zeiller und den Lechtaler Landschaftsmaler Joseph Anton Koch das künstlerische Erbe der Region wissenschaftlich aufarbeitete, direkt von dieser Linie ab. Auch im geistlichen Leben hinterließen Familienmitglieder Spuren – wie etwa P. Wilfried Ritter v. Lutterotti, der nach seinen Schuljahren in Reutte 1935 seine Primiz feierte.

Ausserferner Nachrichten, Nr. u. Datum ? vmtl. 1958
Der Name Lutterotti stammt, nach den neuesten Forschungen des am 28. 10. 1955 in Stuttgart verstorbenen Benediktiner-Mönches Dr. Nikolaus von Lutterotti, von einem "Eleutherius", der in Rovereto lebte und dessen Familie aus Venedig stammte, (1560). Das Prädikat "von Langenthal" leitet sich von einem Ansitze dieses Namens oberhalb von Rovereto ab.

Im Jahre 1867 kam Dr. Otto von Lutterotti, geb. 10. 10. 1834 in Innsbruck, als Rechtsanwalt nach Reutte. Er war ein Sohn des landschaftlichen Buchhaltungsbeamten Felix von Lutterotti, geb. 1798, der bei der Erbhuldigung in Innsbruck am 12. 8. 1838 als Tiroler Wappenherold fungierte. Felix Lutterotti wird geschildert als "herrliche Gestalt in breit und altertümlich ausgehenden Formen, auf dem Haupte ein schwarzsammetenes Barett mit weißrot wehenden Federn, in schwarzsammetenem Unterkleide mit weißseidenen Beinkleidern und weißer Halsbinde, darüber einen Wappenrock bis zum Knie herunterreichend, aus Silberstoff mit dem Tiroler Adler, dazu lederne Stulphandschuhe mit Silberfransen, gelbledernen Stiefeln und Sporen, am Rande ebenfalls mit Silberfransen eingefaßt, in der Hand den Heroldstab". Der vom Stickermeister Johann Fritz in Wien in Silberlamé angefertigte Wappenrock mit dem Heroldstab befindet sich jetzt in der seit 1954 wieder zugänglichen geistlichen Schatzkammer in der Wiener Hofburg. Am 18. 4. 1848 rückte Felix von Lutterotti mit der Scharfschützenkompagnie des Haller Bergrates Gottlieb von Zötl an die Südtiroler Grenzen, am 5. 2. 1857 starb er in Innsbruck.

Dr. Otto von Lutterotti vermählte sich in Reutte mit Anna Geisenhof (gest. 22. 12. 1925 in Reutte) aus der bekannten Reuttener Familie. Bald erlangte Otto im Außerferner Land großen Zulauf von rechtssuchenden Bauern und seine Reuttener Mitbürger wählten ihn zum Bürgermeister. Am 29. 10. 1889 starb er in Reutte und wurde in Breitenwang begraben.

Von seinen vier Kindern wurde Franz von Lutterotti, geboren 1877, Gatte der Anna Wolf (geb. 1884, gest. 23. 1. 1951), Steueramtsoffizial in Reutte, dann Steuerverwalter in Innsbruck, wo er am 26. 10. 1920 starb. Sein Bruder Otto, geb. 1880, starb als Jurist im Jahre 1905 in Reutte. Ein Sohn des Steuerverwalters Franz ist Dr. Otto von Lutterotti, geb. 14. 1. 1909 in Innsbruck, der jetzt als Professor für Kunstgeschichte an der Universität Innsbruck wirkt.

Granichstädten

Aus: Außferner Bote vom 3. Juli 1935
Primizfeier des H. P. Wilfried Ritter v. Lutterotti

Hochw. Pater Ritter v. Lutterotti, geboren am 18. November 1911 in Innsbruck, dürfte noch vielen seinen Mitschülern hier in Reutte in lieber und guter Erinnerung sein, ist es doch nicht allzulange her, daß er mit ihnen im Isserhaus auf der Schulbank gesessen und er auch einer der wenigen war, die nie ihren goldenen Humor verloren und deshalb viel Sonne und Frohsinn in die Schulstube brachte. Im Herbst 1922 begann er in Hall sein Gymnasialstudium und trat gleichzeitig auf Vermittlung des H. P. Andreas, seines Katecheten, im Leopoldinum als Zögling ein. 1927 wurde er Novize des Franziskanerordens, machte sein Noviziat in Telfs und setzte 1928 bis 1931 sein Studium in Hall fort. Vom Herbst 1931 bis Sommer 1933 oblag er dem philosophischen Studium in Salzburg und 1933 bis 1935 dem Theologiestudium in Schwaz. Am Peter- und Paulstage wurde er nun vom hochwürdigsten Fürsterzbischofe zum Priester geweiht.

Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten!

Einen Kommentar hinterlassen

← Zurück