Sterbebilder
Fiegenschuh Georg
Ort:
Reutte
Gedenkjahr:
1900
Bürgermeister
Info / Bild von:
Dr. Richard Lipp
(Sammlung Univ.-Prof. Dr. Ignaz Philipp Dengel)
Danke!
Aus: Innsbrucker Nachrichten vom 11. Okt. 1900
(Aus Reutte.) Mit dem Altbürgermeister Georg Fiegenschuh, Ehrenbürger des Marktes Reutte, der am 4. ds. im Alter von 74 Jahren aus dem Leben geschieden ist und dessen Beerdigung unter großartiger Betheiligung stattgefunden hat, ist einer der verdientesten Männer, ein Stück der Geschichte von Reutte zu Grabe gegangen. Herr Altbürgermeister Fiegenschuh war ein ungemein thätiger, arbeitsfreudiger Mann, von seltenem Pflichtgefühl, anspruchslos und friedliebend, eine Zierde der Bürgerschaft. 33 Jahre war er Mitglied der Gemeindevertretung, Spital-, Armenfonds- und Kirchenvermögens-Verwalter, Bezirkscassier und Cassier der landwirtschaftlichen Bezirksgenossenschaft. Das Vertrauen der Bürgerschaft übertrug ihm am 13. Juni 1881 das Bürgermeisteramt. Seiner Thatkraft und seinem nimmermüden Arbeitseifer, gepaart mit weiser Oekonomie, gelang es, den Gemeindehaushalt in Ordnung zu bringen und durch taktvolles Vorgehen die damals erregten Gemüther zu versöhnen. Eine weitere schwierige Arbeit, die Theilung der gemeinschaftlichen Liegenschaften der dreiörtlichen Pfarrgemeinde, führte er mit vielem Fleiß und gewissenhaft durch. Dieses bedeutsame Werk bildete einen neuen Abschnitt in der Geschichte von Reutte, stellte aber wieder neue Anforderungen an die Gemeinde, die er mit Geschick ihrer Lösung zuführte. Sein Wirken als Bürgermeister war von langer Dauer. Durch 13 Jahre versah er dieses schwierige Amt, bis ihn körperliche Leiden und das zunehmende Alter zwangen, dieses Amt niederzulegen. Aber auch dann noch brachte er allen öffentlichen Angelegenheiten das regste Interesse entgegen, und wo etwas Gemeinnütziges unternommen wurde, war Herr Fiegenschuh als der erste dabei. Selbst in schwerer Krankheit vor seinem Hinscheiden dachte er noch an die in der Gemeinde bestehenden wohlthätigen und gemeinnützigen Vereine und ordnete an, dass nach seinem Tode jeder Verein eine namhafte Spende erhalte.
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