Sterbebilder

Lechleitner Maria

Lechleitner Maria

Region/Ort:
Vorderhornbach

Gedenkjahr:
1929

geb. Bader

Tischlerei- und Sägewerksbesitzers-Gattin
Info / Bild von:
Pfarrer Dr. Otto Walch
Danke!

Aus: Außferner Bote vom 18. Sep. 1929
Vorderhornbach. Am Montag um dreiviertel 8 Uhr früh ertönte hier der wehmütige Klang der Grabesglocken, die weihevolle Stille eines prächtigen Spätsommermorgens durchbrechend, und rief die Bewohner Vorderhornbachs hin zum Hause des Schreinermeisters Emanuel Lechleitner, dessen 38jährige Gattin Maria geb. Bader am Samstag nach achttägiger Krankheit an den Folgen schwerer innerer Blutungen gestorben war und nun einen Witwer, acht Kinder im Alter von 2 bis 15 Jahren und die Mutter und mehrere Geschwister hinterläßt. Rege Teilnahme, warmes Mitgefühl bewies die Bevölkerung, welche sich zahlreich eingefunden hatte, dem schwer heimgesuchten Schreinermeister gegenüber, der bekanntlich im Jahre 1925 durch den Brand seiner Schreinerei und seines Sägewerkes einen schweren Schicksalsschlag erlitten hatte. Als am Friedhofe die sterblichen Ueberreste der teueren Verblichenen in das Grab gesenkt wurden, herrschte lautes Weinen und Schluchzen unter den Familienangehörigen und Bekannten, was noch durch den Umstand, daß man in Gegenwart der Trauerleute das Grab zuschaufelte, verstärkt wurde und mancher der Anwesenden dürfte sich wohl gefragt haben: Muß es denn sein, daß man den Schmerz der ohnehin schon Schwerbetroffenen noch steigert? Kann man nicht, wie es in anderen Gegenden der Fall ist, mit der Zudeckung des Grabes warten, bis die Trauernden sich entfernt haben? Während viele der Teilnehmer durch diesen Brauch peinlich berührt wurden, fand die hier herrschende Sitte, daß man während des anschließenden Sterbegottesdienstes die heilige Kommunion empfing, allgemeinen Anklang.

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