
Kriegswirtschaft, Mobilisierung und Infrastruktur
Bautätigkeiten
Häselgehr

Firstfeier beim Schießstand-Neubau in Häselgehr
Innsbrucker Nachrichten, 24. Juni 1941
Grän
Die Gemeinde Grän wurde im März 1941 als eine von dreißig Gemeinden im Gau Tirol-Vorarlberg unter der Leitung des ehemaligen Bürgermeisters Johann Wötzer zu einer sogenannten "Aufbaugemeinde" ernannt. Die erste Maßnahme für die Bauern war der kostenlose Tausch ihres Viehs gegen hochwertiges Zuchtvieh. Dieser "Viehtauschaktion" folgten in den nächsten zwei Jahren noch weitere. Neben Viehtauschaktionen kam es auch zum Bau eines Gemeinschaftshauses, zur Errichtung einer Drahtseilbahn für den Milchtransport von der Edenbachalpe in die Sennerei, eines großen Schießstandes, eines Lagerhauses und zur Sanierung einiger Bauernhöfe. Gauleiter Hofer war persönlich zu Gast in Grän, um sich von den Fortschritten der eingeleiteten Maßnahmen zu überzeugen, und am 30. März 1943 eröffnete er feierlich den neu erbauten Schießstand. Am 29.April 1945 wurde Grän durch den Beschuss amerikanischer Truppen stark in Mitleidenschaft gezogen.
Christian Rief
"...begab sich der Gauleiter ins Tannheimer Tal. In dem nahen Dorfe Grän, der ersten Aufbaugemeinde des Kreises Reutte, deren Bewohnerschaft dem Gauleiter ebenfalls einen freudigen Empfang bereitete, ließ sich der Gauleiter [...] an Hand der Pläne über die kommende Arbeit berichten..."
Innsbrucker Nachrichten, 24. Juni 1941



Zwar wurden massenhaft prestigeträchtige bauliche Projekte durchgeführt, wohl in erster Linie um die Partei in einem besonders günstigen Licht darzustellen. Wirklich wichtige Bauten zum Schutz der Bevölkerung hingegen wurden oft hintangestellt. So gab es zwar allerorts Gruppierungen des Reichsluftschutzbundes (RLB), eine diesbezügliche Gefahr wurde aber offenbar nicht gesehen - oder nicht ernst genommen. Die Dringlichkeitsstufe hatte man nieder angesetzt und Baustoffe nur selten zugewiesen [1].
Gebirgsjägerregiment 99
Das Gebirgsjägerregiment 99 wurde im Oktober 1935 aufgestellt und in der Folgezeit an unterschiedlichen Standorten in Süddeutschland (Baden-Württemberg und Bayern) stationiert. Im Oktober 1936 erfolgte die Verlegung nach Füssen, aber erst im März 1938 rückte das 99. Regiment direkt an die deutsch-österreichische Grenze vor um die Besetzung Österreichs vorzubereiten. Der Einmarsch verlief jedoch friedlich und so gestaltete sich der Marsch über Hallein nach Wien als Formsache. Ab 1. April erfolgte die Rückverlegung von Wien in die vorhergegangenen Stützpunkte im süddeutschen Raum und am 9. April wird das Regiment der 1. Gebirgs-Division unterstellt.












Bei Luftangriff getötet
Am 30. Mai 1943 kamen drei Reuttener Frauen bei einem Luftangriff in Barmen (einem heutigen Stadtteil von Wuppertal) ums Leben. Der Angriff begann am 29. Mai 1943 abends, dauerte bis zum Morgen des nächsten Tages an und forderte 2732 Todesopfer.
Die Namen der drei Frauen sind am Kriegerdenkmal in der Rochuskapelle in Reutte angeführt: Huber Aurora geb. Turri (*1885), Pichler Grete geb. Huber (*1912), Huber Hanni (*1917).
Chronist Dr. Richard Lipp

Einzelnachweise
1. Die Luftangriffe auf Nordtirol im Kriege 1939 - 1945 (Leo Unterrichter)
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