Aus: Außferner Bote vom 1. Mai 1935
Die Familie Jäger stammt aus Bichlbach und bekam schon 1539 (laut Diplom vom 5. Mai, Prag) durch König Ferdinand ein Wappen verliehen. Unser Franz Anton war der Sohn des Kaufmannes Josef Jäger und der Katharina, geb. Köll, und wurde am 10. Juni 1771 in Reutte geboren. Nach dem Elementarunterricht in der Heimat studierte er am Gymnasium im Kloster Ettal, wo auf ihn besonders der aus Reutte stammende Pater Erenbert Grießer einwirkte. Der talentierte Junge gewann vor allem die lateinischen Klassiker lieb und wußte bei seinem guten Gedächtnis noch im hohen Alter ganze lange Stellen auswendig herzusagen.
Trotz dieser Erfolge bestimmte ihn sein Vater für den Handelsstand und schickte ihn zur Praxis nach Deutschland und Italien. Wie vorauszusehen war, fand der junge Franz Anton in diesem Berufe wenig Befriedigung und wandte sich weiteren Studien an der Universität Innsbruck zu, wo er sich zunächst unter Franz von Zallinger und Josef Stapf, der Mathematik, Mechanik, Astronomie und Physik hingab, um hernach zur Arzneikunde überzugehen. Als Student der Philosophie gewährte er seinen Landsleuten in den Ferien einmal ein damals noch seltsames Schauspiel, indem er einen papierenen Luftballon anfertigte und aufsteigen ließ. Der Ballon stieg sehr schön, flog über den Säuling und ging bei Hohenschwangau nieder, wobei die Leute durch das unerklärliche Ereignis in großen Schrecken geraten sein sollen. (Die Brüder Stephan und Josef Montgolfier hatten eben erst am 5. Juni 1783 zu Annonay ihre erste Erfindung steigen lassen). In dieser Zeit entwarf Jäger auch eine genaue Karte der Gegend von Reutte, Aschau, Pinswang, die noch vorhanden sein soll.
Nach dem Abschluß seiner Studien erhielt Jäger am 30. August 1800 zu Innsbruck die medizinische Doktorswürde und bildete sich dann am Allgemeinen Krankenhaus in Wien weiter aus. Hier erhielt er, auch auf Grund seiner ausgedehnten Sprachenkenntnisse — neben den klassischen Sprachen beherrschte er noch Italienisch, Französisch, Englisch und Spanisch — einen Antrag zu einer Reise nach Persien und später zu einer Entdeckungsreise zur See. Er konnte sich jedoch nicht dazu entschließen, sondern ging als Arzt mit der k. k. Gesandtschaft bei der schweizerischen Eidgenossenschaft nach Bern. Nach einigen Jahren kehrte er nach Reutte zurück und lebte hier hochgeschätzt wegen seiner ausgebreiteten Kenntnisse und wegen seines gefälligen, menschenfreundlichen Benehmens. Er litt lieber Mangel, als daß er eine ihm nicht freiwillig geleistete Bezahlung für seine Tätigkeit gefordert hätte.
Im Jahre 1809 wurde Franz Anton Jäger von Kompagnien des Landesgerichtes Reutte zum Major erwählt. Trotzdem konnte seinem biederen Charakter die vorübergehende bayerische Regierung ihre Achtung nicht versagen.
Auch in Reutte blieben mathematische Studien seine Lieblingsbeschäftigung in der freien Zeit. Er gewann damit einen weiter verbreiteten Ruf und wurde sogar einmal aus Jena um seine Meinung über schwierigste Rechenprobleme gefragt, die er glücklich löste. Um 1810 entstand noch ein schöner großer Erdglobus, der 1832 in die Sammlungen des Museums Ferdinandeum kam. Jäger arbeitete mehr als zwei Jahre daran, nachdem er vorher schon zwei kleinere Globen entworfen hatte. 1813 war der Globus, der etwas kleiner als der bekannte Anichsche ist, fertig. Ein geplanter Himmelsglobus von gleicher Größe kam nicht zur Ausführung.
Jäger hatte sich eben im Frühjahre 1818 mit Erfolg um eine philosophische Lehrkanzel in Innsbruck beworben, sein Leben schien den schönsten Aufstieg zu nehmen, als ihn nach der Rückkehr von der Konkursprüfung eine Erkältung aufs Krankenlager warf. Er erlag ihr nach sechs Tagen am 12. April 1818. Der gelehrte Franziskanerpater Adalbert Waibel verfaßte nach seinem Tode zwei Gedichte auf ihn, die im Drucke erschienen. Seine Freunde setzten ihm die schon erwähnte kleine Grabpyramide mit der rühmlichen Inschrift. (Franz Anton Jäger würde es verdienen, daß sie vor dem Verfall bewahrt bleibt.)
Die Familie Jäger stammt aus Bichlbach und bekam schon 1539 (laut Diplom vom 5. Mai, Prag) durch König Ferdinand ein Wappen verliehen. Unser Franz Anton war der Sohn des Kaufmannes Josef Jäger und der Katharina, geb. Köll, und wurde am 10. Juni 1771 in Reutte geboren. Nach dem Elementarunterricht in der Heimat studierte er am Gymnasium im Kloster Ettal, wo auf ihn besonders der aus Reutte stammende Pater Erenbert Grießer einwirkte. Der talentierte Junge gewann vor allem die lateinischen Klassiker lieb und wußte bei seinem guten Gedächtnis noch im hohen Alter ganze lange Stellen auswendig herzusagen.
Trotz dieser Erfolge bestimmte ihn sein Vater für den Handelsstand und schickte ihn zur Praxis nach Deutschland und Italien. Wie vorauszusehen war, fand der junge Franz Anton in diesem Berufe wenig Befriedigung und wandte sich weiteren Studien an der Universität Innsbruck zu, wo er sich zunächst unter Franz von Zallinger und Josef Stapf, der Mathematik, Mechanik, Astronomie und Physik hingab, um hernach zur Arzneikunde überzugehen. Als Student der Philosophie gewährte er seinen Landsleuten in den Ferien einmal ein damals noch seltsames Schauspiel, indem er einen papierenen Luftballon anfertigte und aufsteigen ließ. Der Ballon stieg sehr schön, flog über den Säuling und ging bei Hohenschwangau nieder, wobei die Leute durch das unerklärliche Ereignis in großen Schrecken geraten sein sollen. (Die Brüder Stephan und Josef Montgolfier hatten eben erst am 5. Juni 1783 zu Annonay ihre erste Erfindung steigen lassen). In dieser Zeit entwarf Jäger auch eine genaue Karte der Gegend von Reutte, Aschau, Pinswang, die noch vorhanden sein soll.
Nach dem Abschluß seiner Studien erhielt Jäger am 30. August 1800 zu Innsbruck die medizinische Doktorswürde und bildete sich dann am Allgemeinen Krankenhaus in Wien weiter aus. Hier erhielt er, auch auf Grund seiner ausgedehnten Sprachenkenntnisse — neben den klassischen Sprachen beherrschte er noch Italienisch, Französisch, Englisch und Spanisch — einen Antrag zu einer Reise nach Persien und später zu einer Entdeckungsreise zur See. Er konnte sich jedoch nicht dazu entschließen, sondern ging als Arzt mit der k. k. Gesandtschaft bei der schweizerischen Eidgenossenschaft nach Bern. Nach einigen Jahren kehrte er nach Reutte zurück und lebte hier hochgeschätzt wegen seiner ausgebreiteten Kenntnisse und wegen seines gefälligen, menschenfreundlichen Benehmens. Er litt lieber Mangel, als daß er eine ihm nicht freiwillig geleistete Bezahlung für seine Tätigkeit gefordert hätte.
Im Jahre 1809 wurde Franz Anton Jäger von Kompagnien des Landesgerichtes Reutte zum Major erwählt. Trotzdem konnte seinem biederen Charakter die vorübergehende bayerische Regierung ihre Achtung nicht versagen.
Auch in Reutte blieben mathematische Studien seine Lieblingsbeschäftigung in der freien Zeit. Er gewann damit einen weiter verbreiteten Ruf und wurde sogar einmal aus Jena um seine Meinung über schwierigste Rechenprobleme gefragt, die er glücklich löste. Um 1810 entstand noch ein schöner großer Erdglobus, der 1832 in die Sammlungen des Museums Ferdinandeum kam. Jäger arbeitete mehr als zwei Jahre daran, nachdem er vorher schon zwei kleinere Globen entworfen hatte. 1813 war der Globus, der etwas kleiner als der bekannte Anichsche ist, fertig. Ein geplanter Himmelsglobus von gleicher Größe kam nicht zur Ausführung.
Jäger hatte sich eben im Frühjahre 1818 mit Erfolg um eine philosophische Lehrkanzel in Innsbruck beworben, sein Leben schien den schönsten Aufstieg zu nehmen, als ihn nach der Rückkehr von der Konkursprüfung eine Erkältung aufs Krankenlager warf. Er erlag ihr nach sechs Tagen am 12. April 1818. Der gelehrte Franziskanerpater Adalbert Waibel verfaßte nach seinem Tode zwei Gedichte auf ihn, die im Drucke erschienen. Seine Freunde setzten ihm die schon erwähnte kleine Grabpyramide mit der rühmlichen Inschrift. (Franz Anton Jäger würde es verdienen, daß sie vor dem Verfall bewahrt bleibt.)
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