Schnippsel

Aus der gewerblichen Glanzzeit Außerferns

Aus: Außferner Bote vom 18. Juli 1934
Es war eine Rotgerberei in Reutte, später entstand die Lederfabrik, eine Rot- und Weißgerberei in Weißenbach, eine Silberschmiede in Musau, eine Plattnerei in Lech-Aschau, eine Drahtzieherei, Glashütte, Pechsiederei, Löffelschmiede und Tabakerzeugung in kleinem Maßstab in Heiterwang, eine Knöpflerei in Bichlbach, eine Färberei in Biberwier und eine Werkstätte für Posamentierarbeiten*. Ehrwald war bekannt durch die Erzeugung von Pfeifenspitzen, Kammacherei sowie der Bruchstellen für Kreide, Feuer- und Wetzsteine und einer Werkstätte für Filigranarbeiten. In Vils gab es Geigenmacher, in Häselgehr Glockengießer (bestehen heute noch zum Teil). Bald hätten wir die Tuchfabrikation in der Neumühle bei Reutte vergessen, deren Erzeugnisse waren gesucht und wurden weithin verschickt. In spätere Zeit fällt die Sensenfabrikation in Biberwier, die von Zündhölzchen ebenda und in Lech-Aschau. Im Lechtal fand die Vorarlberger Stickerei Nachahmung. Von all diesen Erwerbszweigen ist nur noch der Name und die Erinnerung geblieben. In dem auch in Außerfern einstmals blühenden Zunftwesen fanden die meisten dieser Gewerbe eine gemeinsame Heim- und Förderungsstätte. Die Zeiten und die Erwerbsformen haben sich eben geändert. Zu bemerken wäre noch, daß wir auch Ortsbezeichnungen finden, die auf das frühere Erwerbsleben Bezug haben. So gibt es bei Pflach noch eine "Tuchbleiche" usw. Man kann ruhig behaupten, daß auch die in unserem Bezirke einstmals erzeugten Artikel und Waren sich eines ausgezeichneten Rufes erfreuten.

* - schmückende Zierbänder, Borten, Fransen, Kordeln, Quasten und Quastenbänder

Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten!

Einen Kommentar hinterlassen

← Zurück