Aus: Außferner Bote vom 10. Jän. 1934
Oekonomierat Alois Bauer war am 25. Oktober 1851 in Reutte geboren und stammte aus einer alteingesessenen Kaufmanns- und Landwirtsfamilie. Schon seine Vorfahren hatten sich um die Geschicke der Gemeinde Reutte verdient gemacht. Der Verstorbene selbst wurde im Lenz des Jahres 1878 zum erstenmale in den Gemeinderat gewählt und bereits im Jahre 1881 bekleidete er das Amt eines Bürgermeisterstellvertreters. Seine großen Fähigkeiten bewirkten es ferner, daß er am 24. April 1894 als Bürgermeister an die Spitze der Gemeinde treten konnte, wodurch der Markt Reutte einen großen Aufschwung nahm. Das erste Werk, welches der neue Bürgermeister in seiner Tätigkeit verzeichnen konnte, war der Bau der neuen Volksschule, der heutigen Volks- und Hauptschule in der Schulgasse. Im Jahre 1895 wurde der Verstorbene als Vertreter für die Bezirke Reutte, Imst und Silz in den Tiroler Landtag gewählt, welcher Körperschaft er dann viele Jahre hindurch angehörte. In den Kämpfen zwischen Konservativen und Christlichsozialen schlug er sich auf die Seite der konservativen Partei und schied, als auch im hiesigen Bezirke die Christlichsozialen den Sieg davon trugen, aus dem Landtag.
Als Landtagsabgeordneter hatte es Oekonomierat Bauer verstanden, sich die Liebe des Volkes und einen guten Ruf bei den höchsten Behörden zu erwerben. Diesem Umstande ist es auch zuzuschreiben, daß er zum Staatseisenbahnrat ernannt wurde, welche Stelle er fast 12 Jahre lang bekleidete. Wie schon einleitend erwähnt wurde, war es hauptsächlich der Verstorbene, dem der Bau der beiden im Bezirke bestehenden Bahnlinien zu verdanken ist. Nachdem sein ursprünglicher Plan, eine Eisenbahn zwischen Reutte und Füssen zu schaffen, leider gescheitert war, ließ Oekonomierat Bauer trotzdem den Mut nicht sinken und setzte sich tatkräftig für den Bau der Lokalbahn Reutte—Schönbichl ein, welches Bestreben auch von Erfolg begleitet war. Die Marktgemeinde Reutte würdigte dieses für den Bezirk Reutte so wichtige Verdienst dadurch, daß sie dem Heimgegangenen das Ehrenbürgerrecht verlieh. Dem neugegründeten Bahnunternehmen stand Oekonomierat Bauer in den ersten Jahren als Präsident vor und war bis zu seinem Ableben noch im Verwaltungsrat vertreten. Auch den Bau der Eisenbahnlinie Grießen—Reutte hat der Außferner Bezirk vorzüglich den Bemühungen des Verstorbenen zu verdanken.
Ein weiteres Zeugnis von dem wirtschaftlichen Weitblick, über den der Verstorbene verfügte, war der Bau des Elektrizitätswerkes Reutte, das sich in der Folgezeit als die beste Einnahmsquelle der Marktgemeinde erwies, denn Oekonomierat Bauer hatte es trotz manchen Schwierigkeiten, die ihm dabei bereitet wurden, nicht nur verstanden und durchgesetzt, dieses Werk ins Leben zu rufen, sondern es auch durch langwierige Verhandlungen mit den Gemeinden Nesselwang, Pfronten und Füssen erreicht, daß dem Unternehmen ein hinreichender Stromabsatz sichergestellt wurde. Damals schon konnte das Elektrizitätswerk Reutte eine Leistung von 3000 Pferdekräften (heute 8000 Pferdekräften) verzeichnen und galt als das drittgrößte Werk Tirols.
Auch auf dem Gebiete des Spar- und Kreditwesens hat sich Altbürgermeister Bauer für die Allgemeinheit in hohem Maße nützlich erwiesen. Am 12. April des Jahres 1898 gründete er die Spar- und Darlehenskasse für die Gemeinden Reutte, Breitenwang, Lechaschau, Pflach und Ehenbichl, in der er auch die ersten vier Jahre als Obmann, später dann als Obmannstellvertreter, tätig war, ferner beteiligte er sich an der Gründung der Spar- und Darlehenskassen m Vils, Bach, Bichlbach, Musau-Pinswang und Steeg. Außer dem bereits erwähnten Bau des Schulhauses hat sich der Verstorbene um das Erziehungswesen dadurch verdient gemacht, indem er mit dem hochwürdigen Herrn Dekan Posch von Breitenwang die Reuttener Kinderbewahranstalt schuf.
Dem Gemeinderate gehörte Oekonomierat Bauer bis zu seinem Tode an, und zwar bis zum Jahre 1914 als Bürgermeister, in welchem Jahre er im Wahlkampfe gegen den verstorbenen Bürgermeister Müller unterlegen ist. Sein ersprießliches Wirken wurde wiederholt durch Auszeichnungen belohnt, so durch die Verleihung des Goldenen Verdienstkreuzes und des Silbernen Ehrenzeichens für die Verdienste um die Republik und die am 10. April 1923 erfolgte Ernennung zum Oekonomierat.
Oekonomierat Bauer hinterläßt seine Gattin, fünf Kinder und eine Enkelin. Ein Sohn des Verstorbenen, Dr. Anton Bauer, ist Rechtsanwalt in Innsbruck, während ein zweiter Sohn, Dr. Josef Bauer, als Professor in der gleichen Stadt tätig ist und der dritte Sohn Alois im Geschäfte seines heimgegangenen Vaters wirkt. Die sterbliche Hülle des um das Gemeinwesen und den Bezirk so hochverdienten Mannes wird am Donnerstag früh um 9 Uhr in der geweihten Erde des Breitenwanger Friedhofes zur ewigen Ruhe gebettet werden.

Als Landtagsabgeordneter hatte es Oekonomierat Bauer verstanden, sich die Liebe des Volkes und einen guten Ruf bei den höchsten Behörden zu erwerben. Diesem Umstande ist es auch zuzuschreiben, daß er zum Staatseisenbahnrat ernannt wurde, welche Stelle er fast 12 Jahre lang bekleidete. Wie schon einleitend erwähnt wurde, war es hauptsächlich der Verstorbene, dem der Bau der beiden im Bezirke bestehenden Bahnlinien zu verdanken ist. Nachdem sein ursprünglicher Plan, eine Eisenbahn zwischen Reutte und Füssen zu schaffen, leider gescheitert war, ließ Oekonomierat Bauer trotzdem den Mut nicht sinken und setzte sich tatkräftig für den Bau der Lokalbahn Reutte—Schönbichl ein, welches Bestreben auch von Erfolg begleitet war. Die Marktgemeinde Reutte würdigte dieses für den Bezirk Reutte so wichtige Verdienst dadurch, daß sie dem Heimgegangenen das Ehrenbürgerrecht verlieh. Dem neugegründeten Bahnunternehmen stand Oekonomierat Bauer in den ersten Jahren als Präsident vor und war bis zu seinem Ableben noch im Verwaltungsrat vertreten. Auch den Bau der Eisenbahnlinie Grießen—Reutte hat der Außferner Bezirk vorzüglich den Bemühungen des Verstorbenen zu verdanken.
Ein weiteres Zeugnis von dem wirtschaftlichen Weitblick, über den der Verstorbene verfügte, war der Bau des Elektrizitätswerkes Reutte, das sich in der Folgezeit als die beste Einnahmsquelle der Marktgemeinde erwies, denn Oekonomierat Bauer hatte es trotz manchen Schwierigkeiten, die ihm dabei bereitet wurden, nicht nur verstanden und durchgesetzt, dieses Werk ins Leben zu rufen, sondern es auch durch langwierige Verhandlungen mit den Gemeinden Nesselwang, Pfronten und Füssen erreicht, daß dem Unternehmen ein hinreichender Stromabsatz sichergestellt wurde. Damals schon konnte das Elektrizitätswerk Reutte eine Leistung von 3000 Pferdekräften (heute 8000 Pferdekräften) verzeichnen und galt als das drittgrößte Werk Tirols.
Auch auf dem Gebiete des Spar- und Kreditwesens hat sich Altbürgermeister Bauer für die Allgemeinheit in hohem Maße nützlich erwiesen. Am 12. April des Jahres 1898 gründete er die Spar- und Darlehenskasse für die Gemeinden Reutte, Breitenwang, Lechaschau, Pflach und Ehenbichl, in der er auch die ersten vier Jahre als Obmann, später dann als Obmannstellvertreter, tätig war, ferner beteiligte er sich an der Gründung der Spar- und Darlehenskassen m Vils, Bach, Bichlbach, Musau-Pinswang und Steeg. Außer dem bereits erwähnten Bau des Schulhauses hat sich der Verstorbene um das Erziehungswesen dadurch verdient gemacht, indem er mit dem hochwürdigen Herrn Dekan Posch von Breitenwang die Reuttener Kinderbewahranstalt schuf.
Dem Gemeinderate gehörte Oekonomierat Bauer bis zu seinem Tode an, und zwar bis zum Jahre 1914 als Bürgermeister, in welchem Jahre er im Wahlkampfe gegen den verstorbenen Bürgermeister Müller unterlegen ist. Sein ersprießliches Wirken wurde wiederholt durch Auszeichnungen belohnt, so durch die Verleihung des Goldenen Verdienstkreuzes und des Silbernen Ehrenzeichens für die Verdienste um die Republik und die am 10. April 1923 erfolgte Ernennung zum Oekonomierat.
Oekonomierat Bauer hinterläßt seine Gattin, fünf Kinder und eine Enkelin. Ein Sohn des Verstorbenen, Dr. Anton Bauer, ist Rechtsanwalt in Innsbruck, während ein zweiter Sohn, Dr. Josef Bauer, als Professor in der gleichen Stadt tätig ist und der dritte Sohn Alois im Geschäfte seines heimgegangenen Vaters wirkt. Die sterbliche Hülle des um das Gemeinwesen und den Bezirk so hochverdienten Mannes wird am Donnerstag früh um 9 Uhr in der geweihten Erde des Breitenwanger Friedhofes zur ewigen Ruhe gebettet werden.
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