Obwohl Engelbert Kolp am 28. Oktober 1840 in Flirsch im Stanzertal zur Welt kam, übersiedelte seine Familie bereits in der frühen Kindheit von Engelbert nach Holzgau. Im oberen Lechtal wuchs Kolp schließlich auf und man entdeckte schon früh seine außergewöhnliche Begabung im Umgang mit dem Werkstoff Holz. Der Wunsch nach einer fundierten künstlerischen Ausbildung führte den jungen Holzgauer nach Elbigenalp. Dort nahm ihn der Lithograph, Zeichner und Lechtaler Kulturförderer Anton Falger unter seine Fittiche. Falger erkannte das Talent Kolps und legte das zeichnerische und anatomische Fundament für dessen spätere Laufbahn.
Im Jahr 1860 verließ Kolp das Lechtal, um sich im Kunstzentrum München weiter auszubilden. Zunächst arbeitete er in der angesehenen Bildhauerwerkstatt von Anselm Sickinger, wo er praktische Erfahrungen in der Ausführung sakraler Großaufträge sammelte.
Ab dem 14. November 1863 setzte er seine Ausbildung mit dem Besuch der renommierten Königlichen Akademie der Bildenden Künste in München fort. Dort studierte er unter der Leitung bedeutender Meister wie Joseph Knabl (einem gebürtigen Fisser) und Max von Widnmann. Diese Ausbildung prägte Kolps stilistische Ausrichtung nachhaltig: Er verschrieb sich dem Spätnazarenertum – einer Kunstrichtung, die religiöse Innigkeit, klare Formensprache und klassisches Ebenmaß vereinte.
Nach Beendigung seiner Ausbildung gründete Engelbert Kolp 1866 ein eigenes Atelier in München. Trotz der Distanz hielt er stets die Verbindung in seine Außerferner Heimat aufrecht. Schnell erwarb er sich den Ruf eines gewissenhaften, formvollendeten Bildhauers. Zu seinen Auftraggebern zählten sowohl kirchliche Institutionen in Bayern und Tirol als auch private Kunstförderer und -liebhaber.
Aus: Augsburger Postzeitung vom 8. Sep. 1877
"...neben den fortlaufenden Arbeiten machte sich Kolp auch an Büsten, von denen ihm das lebensgroße Brustbild des am 8. Juli 1874 zu Innsbruck verstorbenen vielbekannten Componisten Mathäus Nagiller in sprechendster Aehnlichkeit gelang, obwohl er den Tondichter in im Leben gesehen, und deßhalb nur mittelst etlichen kaum zureichenden Photographien gearbeitet hatte..."

Die Anbetung der Hirten (Aus: Die Kunst für alle, Bd. 5, 1890)
Besondere Bedeutung für das Lechtal besitzen Kolps Arbeiten für die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Holzgau. Zwischen 1860 und 1871 gestaltete er maßgebliche Teile der Innenausstattung neu. Die kunstvoll geschnitzte Kanzel sowie die Statuen des Hochaltars und des rechten Seitenaltars zeigen Kolps meisterhafte Fähigkeit, sakrale Würde mit lebendiger Ausdruckskraft zu verbinden. Seine Werke prägen bis heute das geschlossene historische Erscheinungsbild des Holzgauer Gotteshauses.
Im Jahr 1874 heiratete Engelbert Kolp in Innsbruck Anna Pembaur, die Schwester des bekannten Innsbrucker Musikdirektors Josef Pembaur. Das junge Familienglück war jedoch von schweren Schicksalsschlägen überschattet: Der einzige gemeinsame Sohn verstarb noch im Kleinkindalter.
Wenig später, nach einer Reise nach Bozen, erkrankte auch der Bildhauer schwer an Lungenleiden (Tuberkulose). Im Versuch, Genesung zu finden, legte er seine Arbeit im Münchner Atelier nieder und zog sich nach Innsbruck zurück. Dort erlag Engelbert Kolp am 21. August 1877 im Alter von nur 36 Jahren der zehrenden Krankheit. Seine Heimat Holzgau und die Kunstwelt verloren in ihm ein vielversprechendes Talent der tirolerisch-bayerischen Spätromantik.
Ausbildung an der Münchner Akademie
Im Jahr 1860 verließ Kolp das Lechtal, um sich im Kunstzentrum München weiter auszubilden. Zunächst arbeitete er in der angesehenen Bildhauerwerkstatt von Anselm Sickinger, wo er praktische Erfahrungen in der Ausführung sakraler Großaufträge sammelte.
Ab dem 14. November 1863 setzte er seine Ausbildung mit dem Besuch der renommierten Königlichen Akademie der Bildenden Künste in München fort. Dort studierte er unter der Leitung bedeutender Meister wie Joseph Knabl (einem gebürtigen Fisser) und Max von Widnmann. Diese Ausbildung prägte Kolps stilistische Ausrichtung nachhaltig: Er verschrieb sich dem Spätnazarenertum – einer Kunstrichtung, die religiöse Innigkeit, klare Formensprache und klassisches Ebenmaß vereinte.
Im eigenen Atelier
Nach Beendigung seiner Ausbildung gründete Engelbert Kolp 1866 ein eigenes Atelier in München. Trotz der Distanz hielt er stets die Verbindung in seine Außerferner Heimat aufrecht. Schnell erwarb er sich den Ruf eines gewissenhaften, formvollendeten Bildhauers. Zu seinen Auftraggebern zählten sowohl kirchliche Institutionen in Bayern und Tirol als auch private Kunstförderer und -liebhaber.
Wichtige Werke (Auswahl)
| Jahr | Werk/Objekt | Standort/Verbleib |
|---|---|---|
| 1860-1871 | Kanzel, Hochaltarfiguren, Rechter Seitenaltar | Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, Holzgau |
| 1870 | Kreuzigungsgruppe | Kirche St. Peter und Paul, Oberbrunn (Starnberg) |
| 1872 | Reliefgruppe Anbetung der Hirten | Auftragsarbeit für Birmingham (GB) |
| 1873 | Porträtbüste des Komponisten Matthäus Nagiller | Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck |
| 1875 | Abendmahlgruppe & Reliefs der 7 Sakramente | Stadtpfarrkirche St. Johann, Erding |
| 1875 | Hochrelief Walther von der Vogelweide | Innsbrucker Liedertafel |
Aus: Augsburger Postzeitung vom 8. Sep. 1877
"...neben den fortlaufenden Arbeiten machte sich Kolp auch an Büsten, von denen ihm das lebensgroße Brustbild des am 8. Juli 1874 zu Innsbruck verstorbenen vielbekannten Componisten Mathäus Nagiller in sprechendster Aehnlichkeit gelang, obwohl er den Tondichter in im Leben gesehen, und deßhalb nur mittelst etlichen kaum zureichenden Photographien gearbeitet hatte..."

Die Anbetung der Hirten (Aus: Die Kunst für alle, Bd. 5, 1890)
Die Spuren in Holzgau
Besondere Bedeutung für das Lechtal besitzen Kolps Arbeiten für die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Holzgau. Zwischen 1860 und 1871 gestaltete er maßgebliche Teile der Innenausstattung neu. Die kunstvoll geschnitzte Kanzel sowie die Statuen des Hochaltars und des rechten Seitenaltars zeigen Kolps meisterhafte Fähigkeit, sakrale Würde mit lebendiger Ausdruckskraft zu verbinden. Seine Werke prägen bis heute das geschlossene historische Erscheinungsbild des Holzgauer Gotteshauses.
Spätes Glück und frühes Ende
Im Jahr 1874 heiratete Engelbert Kolp in Innsbruck Anna Pembaur, die Schwester des bekannten Innsbrucker Musikdirektors Josef Pembaur. Das junge Familienglück war jedoch von schweren Schicksalsschlägen überschattet: Der einzige gemeinsame Sohn verstarb noch im Kleinkindalter.
Wenig später, nach einer Reise nach Bozen, erkrankte auch der Bildhauer schwer an Lungenleiden (Tuberkulose). Im Versuch, Genesung zu finden, legte er seine Arbeit im Münchner Atelier nieder und zog sich nach Innsbruck zurück. Dort erlag Engelbert Kolp am 21. August 1877 im Alter von nur 36 Jahren der zehrenden Krankheit. Seine Heimat Holzgau und die Kunstwelt verloren in ihm ein vielversprechendes Talent der tirolerisch-bayerischen Spätromantik.
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