Persönlichkeiten

Franz Anton Lorenz

Bildhauer

Anton Lorenz wurde am 25. November 1853 als Sohn der einfachen Bauersleute Franz Anton und Elisabeth - geb. Walch - in Kaisers geboren. Schon früh zeigte sich bei ihm eine ausgeprägte künstlerische Begabung.

matrikeneintrag franz anton lorenz
Auszug aus dem Taufbuch 1786-1881 von Kaisers

Nach dem Besuch der Volksschule in Kaisers verfolgte er sein Ziel und begann eine Ausbildung beim Bildhauermeister Peter Metz im württembergischen Gebrazhofen (nahe Leutkirch), wo er bis April 1878 blieb. Anschließend zog Lorenz nach München, wo er zunächst in der namhaften Mayer’schen Hofkunstanstalt sowie beim Bildhauer Peter Sprenger arbeitete. Als die Aufträge jedoch ausblieben, zog er weiter nach Karlsruhe, um dort sein Glück zu suchen. Doch schon bald rief ihn ein neues Arbeitsangebot der Mayer’schen Kunstanstalt zurück in die Isarstadt.

Im Wintersemester 1879/80 schrieb sich Lorenz an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste ein. Er wurde Schüler des gefeierten Bildhauers und Professors Josef Knabl, der neben seiner Lehrtätigkeit auch die künstlerische Leitung der Mayer’schen Kunstanstalt innehatte. Knabl lernte den fleißigen und fähigen Studenten rasch schätzen. So blieb Lorenz auch nach Knabls Tod am 3. November 1881 eine feste Anstellung in der Kunstanstalt gesichert. Bis Ende 1890 arbeitete er – abgesehen von kurzen Unterbrechungen – in den Atelierräumen der Kunstanstalt.

Lorenz genoss das volle Vertrauen seiner Auftraggeber. Mit großer Hingabe war er stets darauf bedacht, die Entwürfe und Modelle von Knabl und anderen namhaften Meistern makellos umzusetzen. Manche der von ihm sorgfältig ausgearbeiteten Heiligenfiguren gelangten in weit entfernte Orte – nicht selten nach Spanien, England oder sogar Amerika. Besondere Anerkennung fand unter anderem eine Statue des heiligen Franz Xaver, die im Auftrag eines spanischen Bischofs entstand. Da Lorenz hier weniger an ein starres Vorbild gebunden war als sonst, konnte er eindrucksvoll beweisen, dass er auch eigene künstlerische Ideen erfolgreich umzusetzen verstand.

Seine als eigenständig entstandenen Werke im näheren Umfeld:

  • Figuren der beiden Apostelfürsten am Hochaltar der Pfarrkirche in Elbigenalp - heute nicht mehr erhalten
  • Die Statuen der Heiligen Michael, Sebastian und Rochus in der Sebastianskapelle von Holzgau (auf der Webseite der Pfarre Holzgau wird der Name fälschlicherweise als Josef Anton Lorenz angeführt)
  • Kanzel mit einer Christusfigur und Engeln in der Kirche von Hornbach (erhalten?)


  • Rein nach den Vorlagen anderer Meister dürften hingegen jene Werke entstanden sein, die laut Berichten einer Tiroler Zeitung aus der Mayer’schen Kunstanstalt stammten:

  • eine Herz-Mariä-Statue für Weißenbach (erhalten?)
  • kleine Reliefs für die Kapuzinerkirche in Bregenz
  • eine zwei Meter hohe Statue des heiligen Nikolaus in der Kirche von Mehrerau


  • Nach dem Tod des Bildhauers P. Horchler in Burghausen im Jahr 1886 verhandelte er mit dessen Erben, um den an der Salzach gut eingeführten Betrieb als sein künftiges Atelier zu übernehmen. Leider führten die Gespräche nicht zum Ziel. Er musst weiterhin in bescheidenen Verhältnissen, ohne eigene Räumlichkeiten, weiterarbeiten.

    Ende 1890 erfolgte erneut ein Versuch, sich mit einem eigenen Atelier zu etablieren. So bezog Lorenz im folgenden Frühjahr ein eigenes Atelier in der Münchener Kapuzinerstraße 69. Möglicherweise aus Mangel an Aufträgen, wohl aber zu großen Teilen auch aus Heimweh nach Tirol, beschloss er nach wenigen Monaten, komplett nach Tirol zurückzukehren, um sich dort eine Existenz und ein passendes Arbeitsumfeld aufzubauen.
    Die Reise war bereits vorbereitet, als der 38-jährige Bildhauer jedoach schwer an Typhus erkrankte und in das Allgemeine Krankenhaus gebracht werden musste. Anton Lorenz verstarb schließlich am 2. Oktober 1891. Er wurde auf dem Südfriedhof in München beigesetzt.

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