Burgen

Schlossruine Rothenstein

oder auch Rotenstein

burg rothenstein

Die ehemalige Höhenburg liegt nordwestlich von Bad Grönenbach auf einem markanten Nagelfluh-Sporn oberhalb des Illertals (auf ca. 727 m ü. NN) und wurde bereits im Jahr 1037 erstmals urkundlich erwähnt. Der Baubeginn dürfte um etwa 1000 oder etwas früher stattgefunden haben.

westwand rothenstein
östliche mauer rothenstein
eugen felle rothenstein
epitaph ludwig von rothenstein
Die Herren von Rothenstein waren ein schwäbisches Adelsgeschlecht und um 1180 Dienstmannen (Ministeriale) des Fürststifts Kempten. Ihre Ländereien erstreckten sich dabei über Grönenbach, Woringen, Babenhausen und die Herrschaft Calden bis hin zu einzelnen Besitzungen im Gebiet der heutigen Schweiz und in Kärnten.

Mit Ludwig von Rothenstein begann im frühen 14. Jahrhundert die geschichtlich fassbare Linie des Adelsgeschlechts. Ihm folgte sein Sohn Heinrich, dann dessen Söhne Konrad und Ulrich und hier wiederum deren Nachkommen, bis 1472 Ludwig von Rothenstein und Leostein (Löwenstein) in den Besitz der Burg gelangte. Er vermachte 1482 die Burg seinem Neffen Heinrich von Pappenheim, dem Sohn seiner Schwester Corona, woraufhin die Pappenheimer die Geschicke rund um die Burg führten.

Trotzdem die Rothensteiner Nachkommen den von Ludwig von Rothenstein eingeleiteten Besitzwechsel anfochten, ließen sich die von Pappenheim nicht beirren und bauten um 1482 die Burg weiter aus. 1508 gelangte durch die Regierung in Innsbruck ein Schiedsspruch an die Pappenheimer, welcher die Burg erneut in den Besitz der Rothensteiner stellte. Doch schon 1514 fiel es durch Kauf wieder den Edlen von Pappenheim zu, wobei es in der Folge auch blieb.

Eine dramatische Begebenheit ereignete sich 1344, als der junge Konrad von Rothenstein, welcher zu der Zeit auf der Burg Wolkenberg bei Wildpoldsried saß, sich mit dem mächtigen Stift Kempten anlegte. Er wurde gefangen genommen und trotz des Angebots eines beträchtlichen Lösegelds als Landfriedensbrecher enthauptet. Die wütende Verwandtschaft kündigte daraufhin dem Stift die Fehde an, musste aber aufgrund fehlender Stärke bald klein beigeben.

Im Zuge des Bauernkrieges 1525 wurde die Burg durch aufständische Bauern eingenommen und besetzt gehalten, woraufhin die Burgherrschaften nach Kempten fliehen mussten.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Rothenstein 1632 von den Schweden geplündert. Auch 1646 erschienen die Schweden auf der Burg, wobei gegen Ende des Jahres der schwedische Feldmarschall Carl Gustav Wrangel für mehrere Monate in ihr Quartier nahm.

1692 erwarb schließlich das Stift Kempten die Burg.

Am 19. März 1873 kommt es zu einem Hangrutsch an der Nordseite, wodurch die Mauern der Burg einstürzen. Zu diesem Zeitpunkt scheint Rothenstein nicht mehr bewohnt gewesen zu sein. Im Jahr 1909 schleifte man den Bau zu einem großen Teil.
Und doch sind bis in die Gegenwart größere Mauerreste und einiges an baulicher Substanz erhalten.

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