
Karl Selb
(Museum im Grünen Haus Reutte)
Nach einem Aufenthalt in Tirol, wo er mit seinem jüngeren Bruder Josef Anton als Kirchenmaler tätig war und unter anderem die Pfarrkirche von Häselgehr (1806) mit Fresken ausmalte, zog er nach München. Aufgrund der Ereignisse von 1809, dem Tiroler Freiheitskampf, kehrte er jedoch in seine Heimat zurück. Neben kirchlichen Aufträgen malte er auch Porträts von Lechtaler Familien, die vor allem für ihre Darstellung der Trachten des 19. Jahrhunderts interessant sind. Selb gilt als Vertreter des Klassizismus. Sein bekanntester Schüler war wohl der Lithograf und Heimatforscher Johann Anton Falger.
Aus: Ausferner Bote vom 29. April 1926
...Erinnern wir uns des Stockacher Malers Karl Selb, der dem erwähnten großen Koch den Erstunterricht gab u. dessen Talent erkannte. Selb fühlte sich nur daheim wohl und behaglich und hielt es in der musenreichen Isarstadt nicht lange aus.
Daheim malte er unermüdlichen Schaffens, auf Holz, Pappe oder Leinwand, auf Truhen, Türfüllungen usw. So erhielt jede seiner Schwestern eine schön bemalte Truhe; zwei Türfüllungen und mehrere Gemälde befinden sich im Besitze des in Untergiblen im Ruhestand lebenden Gerichtsoberoffizials Alois Bailom. Darunter ein Selbstporträt des Künstlers und die Bildnisse seiner Eltern, alle drei Gemälde in bester Erhaltung. Die meisten Selbbilder sind leider in einem beklagenswerten Zustand und die böse Fama erzählt, daß die liebe Dorfjugend von Stockach Selb's Gemälde nach dessen Tode, gegen hundert Studien unter der "Dillo" (Dachboden) vorfindend, als Zielscheiben beim "Speerwerfen" benützt hätte!..
Karl Selb starb am 15. Juni 1819.
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