Hoher Ifen



Hoher Ifen
der Hohe Ifen und die ausgedehnte Karstlandschaft des Gottesackers

Talort: Hirschegg
Höhe: 2230 m


Schwierigkeitsgrad T4

"Charakter Wegspur nicht zwingend vorhanden. An gewissen Stellen braucht es die Hände zum Vorwärtskommen. Gelände bereits recht exponiert, heikle Grashalden, Schrofen, einfache Firnfelder und apere Gletscherpassagen Anforderung Vertrautheit mit exponiertem Gelände. Stabile Trekkingschuhe. Gewisse Geländebeurteilung und gutes Orientierungsvermögen. Alpine Erfahrung. Bei Wettersturz kann ein Rückzug schwierig werden"

3-Tage-Bergwetter

Heute
-2° / -5°
So
/ -4°
Mo
-1° / -5°

Geschichte und Sonstiges

schneiderküren
Am 30. Juni 2007 waren wir bei einer AV-Tour mit dabei, um das Gottesackerplateau und den darüber thronenden Hohen Ifen zu erkunden. Vom Wäldele aus, einem Ortsteil von Riezlern, ging es zunächst bei Regen zur Jägerhütte im Kürental hinauf. Dort angekommen erläuterte der Tourenleiter, dass man bei Ausgrabungen im unmittelbaren Hüttenbereich auf steinzeitliche Funde, wie etwa Steinklingen und eine Feuerstelle gestoßen war und diese bis in eine Zeit von vor 6000 bis 8000 Jahren zurückdatieren kann. Am Weiterweg durch eine durch das Geländerelief vorgegebene Rinne gab es zahlreiche Alpenblumen zu entdecken und auch zu bestimmen. Neben dem häufig vorkommenden Zottigen Habichtskraut gab es auch echte Raritäten, wie etwa die Türkenbundlilie zu bewundern.
türkenbundlilie
Am Ende der Rinne durch einen schmalen Durchlass zu der längst verfallenen Oberen Gottesackeralp und dem weitläufigen Karstgebiet des Gottesackerplateaus.

So erfuhren wir auch anhand eines kurzen, wissenschaftlichen Vortrages, dass die vom Regen gebundene Kohlensäure im Laufe der Zeit den weichen Schrattenkalk aufgelöst und aus dem Gestein herausgespült hat. Übrig geblieben sind lediglich die härteren Schichten und diese bilden die charakteristischen Rinnen und Rippen, welche hier und dort von eindrucksvoll tiefen Dolinen unterbrochen werden. Manche dieser oftmals direkt neben dem Weg gelegenen Schlunde weisen eine enorme Tiefe auf und so ist es nicht verwunderlich, dass sich in diesem Gebiet auch enorm lange Höhlen finden. Mit bis dato etwa 10km erforschten Höhlengängen wartet das Höllloch auf und ist aufgrund der schwierigen Erreichbarkeit lediglich sehr erfahrenen Höhlenforschern und Wissenschaftlern zugänglich.

gottesacker schneiderküren

Das Wetter hatte sich in der Zwischenzeit gebessert und so konnten wir mit den ersten Sonnenstrahlen den schon beinahe mystischen Ort der Karrenfelder des westlichen Gottesackers bestaunen. Viele skulpturähnliche Steingebilde stehen auf der zerfurchten Schrattenkalkebene. Nach einer kurzen Rast am Hahnenköpfle erklomm man noch die geologisch sonderbare Gestalt des Hohen Ifens.

tiefenifersalpe ifenabbrüche

schneiderküren
Die archäologischen Befunde einer Grabungskampagne bescheinigen dem Rastplatz an der Alpe Schneiderküren (Kleinwalsertal, Vorarlberg) ein Alter von 6000 bis 8000 Jahren. Knochenreste und bearbeitete Steinwerkzeuge aus Silex (Feuerstein) belegen dies und lassen den Schluss zu, dass es sich bei diesem Lager um einen immer wieder genutzten Rastplatz seit der Mittelsteinzeit handelt.

Auch einfache bauliche Strukturen konnten unter der überhängenden Felskanzel ausgemacht, gesichert und wissenschaftlich erfasst werden. Dabei wurden inzwischen mehrere 1000 Gegenstände aus Feuerstein geborgen (Pfeilspitzen, Klingen, Bohrer und Schaber) und auch Holzkohlereste zur Radiocarbon-Messung herangezogen. Gegen die Felswand angelehnte Holzriegel wurden dabei offenbar mit Fellen und Reisig bedeckt um den so geschaffenen Wohnraum gegen Wind und Wetter schützen zu können. Die in der Archäologie wohlbekannten Pfostenlöcher weisen auf eine recht stabile Ausführung des Aufbaues hin. Eine aufgeschichtete Bruchsteinmauer wurde als zusätzlicher Schutzwall für die Wohnstatt errichtet.


Kommentare


Noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben doch Sie den ersten!

Einen Kommentar hinterlassen

Schlüsselwörter: hoher ifen, gottesackerplateau, kleinwalsertal, eugen-köhler-weg, schwarzwasserhütte, ifersguntalpe, rotes loch

← Zurück zur Übersicht "Alpin"