Aus: Außferner Bote vom 19. Nov. 1932
Elmen. Die Arbeiten beim Bau der neuen Straße nach Bschlabs und Boden sind nun seit längerer Zeit unterbrochen worden, weil die weiteren Zuschüsse des Bundes und des Landes noch nicht flüssig gemacht werden konnten, doch hofft man in wenigen Tagen mit der Wiederaufnahme des Baues, was unserer an Verdienst armen Bevölkerung, die mit Ausnahme einiger Mineure, bei diesen Arbeiten hauptsächlich Verwendung findet, von Herzen zu gönnen ist. Die Trassierung erstreckt sich bereits bis auf ein kurzes Stück vor Boden. Die geplante Straße beginnt am Südausgange der Ortschaft Elmen und zieht sich an den Hängen rechts oberhalb des Streinbaches entlang, zum Unterschiede vom alten Fußwege nach Boden, der zweimal die Talseite wechselt. Bis zum Habichegg ist sie in rohen Zügen ausgebaut und kann auch von Fußgängern begangen werden, allerdings muß dabei einige Vorsicht beachtet werden, denn ein ungeschickter Tritt könnte besonders auf gefrorenem Boden und bei Nachtzeit den Absturz über den steilen Felsenhang zur Folge haben, zumal dieses Straßenstück, das größtenteils durch Sprengarbeiten dem Gestein abgerungen werden mußte, noch verhältnismäßig schmal ist und erst bis zur geplanten Breite von 2.20 bis 2.40 Metern ausgebaut werden muß.
Die neue Straße wird auch von Autos und Motorrädern befahren werden können und, abgesehen von der erwähnten Verdienstmöglichkeit während des Baues, von großer wirtschaftlicher Bedeutung sein. Denn bis jetzt noch leben die Bewohner des Bschlabser Tales, in ziemlicher Abgeschiedenheit von der übrigen Welt dahin. Alle Waren, die sie zum Leben benötigen, müssen sie, sofern sie diese nicht selbst erzeugen, was bei den wenigsten Bedarfsgegenständen vorkommen dürfte, mühsam auf schlechten Steigen aus dem Lechtale oder der Imster Gegend herbeischleppen. Man erzählt sich, daß sogar Frauen oft Lasten bis zu 50 Kilogramm auf ihren Rücken trugen und daß zur Beförderung der Waren häufig die Nachtzeit benutzt wurde, weil der Tag der landwirtschaftlichen Beschäftigung dienen mußte.
Die meisten Bequemlichkeiten, die man anderswo sogar auf dem Lande als selbstverständlich voraussetzt, sind hier noch unbekannt, das gilt sogar vom elektrischen Licht, obwohl Wasserkraft genügend vorhanden wäre.
Auch dem Fremdenverkehr ist dieses Tal bislang sehr wenig erschlossen, nur Bergwanderer statten ihm hin und wieder einen Besuch ab. Und doch ist dort die Gegend so wunderwunderschön: Links und rechts türmen sich die Berge auf zu stolzer Höh', unten in wildromantischer Schlucht, oft in 100 bis 150 Meter Tiefe, zwängen sich die Wasser des Streinbaches durch. Manches Plätzchen gibt es dort, das wert wäre, von eines Malers Pinsel auf der Leinwand festgehalten oder von einem Photographen aufgenommen zu werden. Wir erinnern nur an die in der Nähe von Bschlabs gelegene Teufelsmühle, die tatsächlich sehr oft gemalt oder photographiert wird. Hoffentlich wird es nicht mehr gar zu lange dauern, bis die geplante Straße ihrer Vollendung entgegen geht und sich den armen Bewohnern dieses schönen Stückchens Erde neue Erwerbszweige eröffnen. Zum Schlusse noch ein Begebnis, das allerdings im Widerspruch mit der geschilderten Abgeschlossenheit steht: Wenn sich auch nach Boden nie ein Kraftfahrwagen verirrt hat, so können sich doch dessen Bewohner rühmen, Zeugen einer Flugzeuglandung gewesen zu sein. 1927 suchte der Fabrikant Pischl aus Telfs, sein dortiges Jagdgebiet auf dem Luftwege zu erreichen. Der Flug ging glatt, nur bei der Landung gab es ein Mißgeschick, indem sich das Flugzeug überschlug und der Pilot sich eine unbedeutende Handverstauchung zuzog.
Aus: Innsbrucker Nachrichten vom 9. August 1940
Bschlabs. An den allgemeinen Verkehr angeschlossen. Durch Ausbau der engen Wege zu den Bergdörfern Bschlabs und Boden zu einer Fahrstraße werden nunmehr diese beiden idyllisch gelegenen Tiroler Orte an den allgemeinen Verkehr angeschlossen. Bisher mußten die Bewohner alles auf dem Rücken oder mit dem Karren befördern.
Erste Aufnahme mit dem neu errichteten Fahrweg über Bschlabs nach Boden
Elmen. Die Arbeiten beim Bau der neuen Straße nach Bschlabs und Boden sind nun seit längerer Zeit unterbrochen worden, weil die weiteren Zuschüsse des Bundes und des Landes noch nicht flüssig gemacht werden konnten, doch hofft man in wenigen Tagen mit der Wiederaufnahme des Baues, was unserer an Verdienst armen Bevölkerung, die mit Ausnahme einiger Mineure, bei diesen Arbeiten hauptsächlich Verwendung findet, von Herzen zu gönnen ist. Die Trassierung erstreckt sich bereits bis auf ein kurzes Stück vor Boden. Die geplante Straße beginnt am Südausgange der Ortschaft Elmen und zieht sich an den Hängen rechts oberhalb des Streinbaches entlang, zum Unterschiede vom alten Fußwege nach Boden, der zweimal die Talseite wechselt. Bis zum Habichegg ist sie in rohen Zügen ausgebaut und kann auch von Fußgängern begangen werden, allerdings muß dabei einige Vorsicht beachtet werden, denn ein ungeschickter Tritt könnte besonders auf gefrorenem Boden und bei Nachtzeit den Absturz über den steilen Felsenhang zur Folge haben, zumal dieses Straßenstück, das größtenteils durch Sprengarbeiten dem Gestein abgerungen werden mußte, noch verhältnismäßig schmal ist und erst bis zur geplanten Breite von 2.20 bis 2.40 Metern ausgebaut werden muß.
Die neue Straße wird auch von Autos und Motorrädern befahren werden können und, abgesehen von der erwähnten Verdienstmöglichkeit während des Baues, von großer wirtschaftlicher Bedeutung sein. Denn bis jetzt noch leben die Bewohner des Bschlabser Tales, in ziemlicher Abgeschiedenheit von der übrigen Welt dahin. Alle Waren, die sie zum Leben benötigen, müssen sie, sofern sie diese nicht selbst erzeugen, was bei den wenigsten Bedarfsgegenständen vorkommen dürfte, mühsam auf schlechten Steigen aus dem Lechtale oder der Imster Gegend herbeischleppen. Man erzählt sich, daß sogar Frauen oft Lasten bis zu 50 Kilogramm auf ihren Rücken trugen und daß zur Beförderung der Waren häufig die Nachtzeit benutzt wurde, weil der Tag der landwirtschaftlichen Beschäftigung dienen mußte.
Die meisten Bequemlichkeiten, die man anderswo sogar auf dem Lande als selbstverständlich voraussetzt, sind hier noch unbekannt, das gilt sogar vom elektrischen Licht, obwohl Wasserkraft genügend vorhanden wäre.
Auch dem Fremdenverkehr ist dieses Tal bislang sehr wenig erschlossen, nur Bergwanderer statten ihm hin und wieder einen Besuch ab. Und doch ist dort die Gegend so wunderwunderschön: Links und rechts türmen sich die Berge auf zu stolzer Höh', unten in wildromantischer Schlucht, oft in 100 bis 150 Meter Tiefe, zwängen sich die Wasser des Streinbaches durch. Manches Plätzchen gibt es dort, das wert wäre, von eines Malers Pinsel auf der Leinwand festgehalten oder von einem Photographen aufgenommen zu werden. Wir erinnern nur an die in der Nähe von Bschlabs gelegene Teufelsmühle, die tatsächlich sehr oft gemalt oder photographiert wird. Hoffentlich wird es nicht mehr gar zu lange dauern, bis die geplante Straße ihrer Vollendung entgegen geht und sich den armen Bewohnern dieses schönen Stückchens Erde neue Erwerbszweige eröffnen. Zum Schlusse noch ein Begebnis, das allerdings im Widerspruch mit der geschilderten Abgeschlossenheit steht: Wenn sich auch nach Boden nie ein Kraftfahrwagen verirrt hat, so können sich doch dessen Bewohner rühmen, Zeugen einer Flugzeuglandung gewesen zu sein. 1927 suchte der Fabrikant Pischl aus Telfs, sein dortiges Jagdgebiet auf dem Luftwege zu erreichen. Der Flug ging glatt, nur bei der Landung gab es ein Mißgeschick, indem sich das Flugzeug überschlug und der Pilot sich eine unbedeutende Handverstauchung zuzog.
Aus: Innsbrucker Nachrichten vom 9. August 1940
Bschlabs. An den allgemeinen Verkehr angeschlossen. Durch Ausbau der engen Wege zu den Bergdörfern Bschlabs und Boden zu einer Fahrstraße werden nunmehr diese beiden idyllisch gelegenen Tiroler Orte an den allgemeinen Verkehr angeschlossen. Bisher mußten die Bewohner alles auf dem Rücken oder mit dem Karren befördern.
Erste Aufnahme mit dem neu errichteten Fahrweg über Bschlabs nach Boden
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