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Schon länger ist die wirtschaftliche Lage schlecht, Anfang Jänner steigen die Arbeitslosenzahlen im Bezirk immer weiter an und die Not verschärft sich
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Ende Jänner / Anfang Februar fallen große Mengen Schnee, so dass manche Ortschaften für ein paar Tage von der Außenwelt abgeschnitten sind. Von Hinterhornbach wird beispielsweise berichtet, dass in der Zeit vom 24. bis 31. Jänner in Summe rund 150 cm Neuschnee gefallen sind. Den ganzen Februar hindurch kommt es immer wieder zu teils umfangreichen Schneefällen, sodass das Wild in den Schneemassen stecken bleibt und viele Tiere verenden und auch die Straßen nicht mehr geräumt werden kann
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Eine Grippewelle wirft viele auf das Krankenlager - eine größere Zahl älterer Menschen wird von ihr dahingerafft
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Am 12. März löst sich am Steinbruch in Hinterbichl eine Felsplatte durch Frostsprengung. Der darunter hantierende Pächter des Steinbruchs, Martin Sepp, wird von der Platte getroffen und dabei so schwer verletzt, dass er kurz nach seiner Überführung in das Krankenhaus Kreckelmoos verstirbt
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Mitte März türmen sich die Schneemassen teilweise bis zu 3 Meter hoch. Vereinzelt werden Dächer eingedrückt. Im Tannheimer Tal ist der Verkehr zusammengebrochen und das Postauto steuert das Hochtal für mehrere Wochen nicht mehr an. Die Post bringt der Briefträger mit den Skiern
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Am 23. März erschüttert ein Erdbeben um 2 Uhr morgens das Gebiet um Berwang/Namlos
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Am 1. April kommt es am Siebeler bei Musau zu einem Waldbrand, welchem ca. 1,5 Hektar Wald zum Opfer fallen
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Die Lechbrücke bei Unterletzen wird neu errichtet
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Am 6. Mai fegt ein Sturm über das Tannheimer Tal und das Reuttener Becken bis nach Vils hinweg. Ein Sturzregen bringt Bäche und Lech bald über ihre Ufer. Am Lehbach bei Vils wird die Straßenbrücke beim Vilseck weggerissen. Bei Höfen, Weißenbach und Forchach gehen zahlreiche Muren nieder
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Am 22. Mai um 8:15 Uhr früh, erschüttert ein recht starkes Erdbeben Namlos, welches seit dem Hauptbeben im Oktober 1930 immer wieder leichtere Beben verspürte
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In der Gemeinde Steeg wird der Neubau der Wasserleitung durchgeführt
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Am Montag den 6. Juli zieht ein Hagelunwetter über Reutte hinweg, wobei Schossen von 6 bis 7 Zentimetern Durchmesser große Teile der Gärten zerstören und auch große Schäden an Gebäuden anrichten (Fensterscheiben)
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In Tannheim findet am 12. Juli die Erstaufführung des Andreas-Hofer-Spieles in einem eigens errichteten Freiluft-Theater statt
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Am 13. Juli ziehen abermals zahlreiche Hagelunwetter über das Außerfern hinweg. Es kommt zu Vermurungen, einer Vielzahl von beschädigten Gärten und Kartoffelanpflanzungen, Überschwemmungen und Sachschäden
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Die Fremdenverkehrszahlen brechen massiv ein und beinahe sämtliche Gästebetten bleiben leer - die Weltwirtschaftskrise hat Mitteleuropa erreicht
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Allgemeiner Tiroler Anzeiger vom 4. August 1931
Am 1. August schlug der Blitz in eine Heuhütte nordwestlich von Häselgehr ein und tötete hiebei drei Männer, und zwar den Bauer Josef Lämmle aus Griesenau, Vater von drei Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren, den Bauern Emanuel Lang, Vater von fünf Kindern im Alter van drei bis elf Jahren, und den Bauern Franz Berwanger, ebenfalls aus Greisenau, Vater von drei erwachsenen Kindern. Ferner wurden durch den Blitz noch der 38jährige Franz Berwanger jun. und die 20jährige Agnes Berwanger verletzt oder betäubt. Eine unter der Leitung des Gendarmeriepostens Häselgehr stehende Rettungsexpedition brachte alle Genannten zu Tal.
Von anderer Seite wird uns aus Häselgehr berichtet: Am 1. des Monats ging über das Gebiet von Häselgehr ein schweres Gewitter nieder. Auf den Hochbergwiesen, Häselgehrer Bleisen genannt, hatten sieben Personen in einer gemauerten Hütte Unterstand gesucht.
80 Meter davon entfernt befanden sich in einem Zelt die Brüder Singer, die beobachteten, wie ein Blitz in die Mitte der Ortschaft Häselgehr niederfuhr, wo tatsächlich im Gasthof
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Mitte September wird durch die Österreichische Zugspitzbahn AG eine Filmvorführung für eine geschlossene Gesellschaft im Hotel Post veranstaltet, welche den von der Iku-Filmgesellschaft hergestellten Film "Kennst Du Deine Mutter Erde. Das österreichische Zugspitzgebiet" zeigt. Im Außferner Boten vom 16. September steht dazu:

...die Mittenwaldbahn führt in flotter Fahrt den Zuschauer in den Talkessel von Reutte, wo sich ihm zuerst ein Gesamtbild dieser von Bergen ringsumschlossenen Gegend bietet. Dann treten in bunter Reihenfolge vor seine Augen die Hauptstraße des Marktes mit dem Rathause und der mehr als 400 Jahre alten Linde, das Postgebäude, Hotel zum Hirschen, der historische Gästhof zur Krone mit dem bekannten Freskogemälde, ferner Breitenwang, Urisee und Plansee. Auf der bestangelegten Autostraße gelangt er hierauf in das Gebiet von Zwischentoren. Der Ort Lermoos zeigt sich ihm im Wintergewande mit der herrlichen Sonnenspitze und dem lebhaften Treiben der Skifahrer auf den Uebungsplätzen. In weiterer Folge erscheinen Ehrwald, die herrliche Auffahrt zur Zugspitze und die prächtige Aussicht von diesem Berge aus, dem höchsten Deutschlands, vor unseren Blicken. Zum Schlusse werden wir in die Gegend des Fernpasses versetzt mit dem zierlichen Dörfchen Biberwier, dem berühmten Bergwerk Silberleithen, den reizend gelegenen Gebirgsseen, dem Weißen-, Blind- und Fernsteinsee, und dem Schlosse Fernstein...
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Zahlreiche Fälle von Diphtherie führen zu teils schweren Erkrankungen der Bevölkerung in Reutte und seiner Umgebung. Die Schule wird daraufhin geschlossen. Vor allem für Kleinkinder endet die Krankheit häufig tödlich
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Mitte September brennt dem Bauern Siegfried Koch von Untergarten (Lermoos) die Alphütte im Gartnertal nieder
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In Elmen errichten die beiden Brüder Scheiber ein Säge- sowie Elektrizitätswerk
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Am 20. September wird das vormalige Gemeindespital, welches in den vorangegangenen Monaten restauriert wurde - unter anderem wurde auch die Zeillersche Freskomalerei 'Der gute Hirte' vom Isserhaus auf die Fassade des genannten Hauses übertragen - als Altersheim eingeweiht und in Betrieb genommen
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Ende September nimmt die Rettungsgesellschaft Reutte ihren neuen Sanitätswagen - einen Austro-Fiat - in Betrieb
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In der Nacht vom 5. auf den 6. Oktober brennt die Brennhütte der Latschenbrennerei des Josef Pfeiffer in der Nähe von Namlos gänzlich nieder. Ein Übergreifen des Feuers auf die Wohnstatt kann jedoch verhindert werden
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Am 25. Oktober wird im Hotel Post in Reutte eine nationalsozialistische Versammlung abgehalten. Als 'Saalschutz' wird ein Dutzend Braunhemden in Uniform aufgeboten. Die Veranstaltung droht aber bald zu kippen, als mehreren Besuchern das Zwischenrufen verboten wird und sie bald aus dem Saal entfernt werden sollen. Unter Bravorufen der versammelten Teilnehmer erscheint die Gendarmerie und löst die Veranstaltung im Namen der Bezirkshauptmannschaft schließlich auf. Die Veranstalter räumen daraufhin das Feld, kündigen aber eine Wiederholung der Veranstaltung an - allerdings mit weitaus mehr 'Ordnern' in Uniform
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Die wirtschaftliche Lage verschlechtert sich zusehends, sodass das Zementwerk in Vils wegen mangelnden Absates 125 Arbeiter entlassen muss und in Ehrwald der Hälfte des Personals der Oesterreichischen Zugspitzbahn gekündigt wird
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Auch die Bauernschaft sieht sich in einer misslichen Lage. Am 15. November findet eine Großversammlung der Außerferner Bauern in Reutte statt. Dort berichten sie von ihren Problemen und Nöten und stellen einen Forderungskatalog um Vergünstigungen und Steuersenkungen zusammen
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Am 16. Dezember kommt es im Gerichtsgebäude in Reutte zu einem Brand. Dabei werden die oberen Stockwerke vom Feuer zerstört. In die unteren Räumlichkeiten dringt eine Unmenge an Wasser ein, ja es sickert sogar durch das starke Gewölbe in das Parterre
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Die Gemeindevorstehung von Reutte steht wegen einem recht undurchsichtigen Finanzgebaren unter massivem Druck
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Bei Bach gerät am 24. Dezember der 17 Jahre alte Franz Schratz beim Holzziehen unter den Schlitten, wobei er sich das Genick bricht und stirbt