Alpin

Fallerschein

Lechtaler Alpen

Fallerschein
das Almdorf Fallerschein

Talorte: Stanzach , Namlos
Höhe: 1302 m


Schwierigkeitsgrad T1

"Charakter Weg in gutem Zustand. Falls vorhanden, sind exponierte Stellen sehr gut gesichert. Absturzgefahr kann bei normalem Verhalten weitgehend ausgeschlossen werden Anforderung Keine, meist auch mit Turnschuhen geeignet. Orientierung problemlos, in der Regel auch ohne Karte möglich"

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Geschichte und Sonstiges

Aus: Innsbrucker Nachrichten vom 13. Aug. 1954
Eine eigenartige Siedlung im Lechtal

[...]

...wenn das zur Erhaltung des Viehstandes von Stanzach dringend benötigte Bergheu gemäht wird, begeben sich alle verfügbaren Arbeitskräfte aus den Familien nach Fallerschein, eine in den Lechtaler Alpen in der Namloser Gegend gelegene Siedlung von 40 kleinen Blockhäusern, in denen das dörfliche Leben dann in einem Sonderzustand ohne regierenden Bürgermeister und ohne Exekutive seinen Fortgang nimmt. Das zwei Gehstunden von Stanzach entfernte Fallerschein wird von den Bauern größtenteils schon mit dem Traktor erreicht und technische Hilfsmittel, wie Drahtseile, erleichtern die Heubringung. Steigeisen und viel Schweiß gehören aber nach wie vor zu den unumgänglichen Notwendigkeiten.

Auch im 20. Jahrhundert gibt das Leben auf der Hochalpe Fallerschein noch einen Begriff vom Leben der ersten Siedler im Lechtal. Die Blockhütten sind nach dem Vorbild des original Lechtaler Holzbaues erstellt, der Stall, Schlafkammer und Küche unter einem Dach vereint. Auch die offene Feuerstelle kann noch in manchen Hütten angetroffen werden, um die sich nach getaner Arbeit am Abend jung und alt versammelt. Es gibt äußerst romantische Augenblicke in diesem Sommerdorf unter der beherrschenden Namloser Kreuzspitze. So z. B. wenn noch vor Sonnenaufgang unter Glockenklang das Vieh aus den niederen Hütten tritt um weggetrieben zu werden, während sogleich auch die Frauen und Männer in bedächtigem Schritt bergan steigen. Bald erfüllt dann der metallene Klang des Dengelns der Sensen das tiefe Tal.

Erst um 1850 wurde Fallerschein, einst eine ganzjährig bewohnte Siedlung von etwa acht Gehöften, der Gemeinde Stanzach angeschlossen. Ursprünglich gehörte Fallerschein zu Imst, später war es im Verband der Gemeinde und Pfarre Berwang. Die Bewohner von Fallerschein waren, wie sicherlich auch die Stanzacher, aus dem Oberinntal herübergekommen. Sie sind damit anderer Abstammung wie die vorwiegend schwäbisch-alemannische Bevölkerung des Lechtales, was sich auch nach dem Dialekt vermuten läßt.

1863 wurden für Fallerschein, wie der Chronist Alois Maldoner berichtet, strenge ortspolizeiliche Vorschriften erlassen. Der Kirchenbesuch war für die Bergheuer damit eine Pflicht geworden und den Sennerinnen wurde unter Androhung der sofortigen Entlassung und Entfernung durch die Gendarmerie verboten, sich „mit Flirten abzugeben".


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Schlüsselwörter: stanzach, namlos, fallerschein, namloser wetterspitze, sommerbergtal, hängebrücke

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