Geschichte und Sonstiges
Aus: Der freie Landesbote vom 2. Juli 1887(Wiedergefunden.) Das „Füssener Blatt" berichtet: Samstag früh den 18. Juni l. J. verirrte sich auf der Trauchgauer Sennalpe ein dem Sennen angehöriger 5jähriger Knabe, welcher trotz eifrigen Suchens von Seite des Sennen bis Montag abends den 20. Juni nicht aufgefunden werden konnte. Dienstag früh den 21. Juni sammelte sich eine allgemeine Streife der Ortsbewohner Trauchgau's, welche nach und nach auf 70 Mann anwuchs. Dieselbe dehnte sich auf dem sogen. Wolfskopfe in eine 1 1/2 Kilometer lange Kette aus, wobei sie schon nach einstündigem Suchen den Knaben ungefähr 9 Kilometer von der Sennalpe entfernt noch gesund und wohlbehalten in einer unheimlichen Wildniß auffanden, trotzdem er drei Tage und drei Nächte ohne jegliche Nahrung und Wasser und in den Nächten bei den eiskalten Bergwinden ausharren mußte. Die Fragen, ob er Durst, Hunger oder Furcht habe, beantwortete er mit nein, nur beklagte er sich, in der Nacht habe immer etwas so wild geschrieen. Der Knabe wurde unter großem Jubel auf die Sennalpe gebracht und dem vor Freude laut weinenden Sennen übergeben.


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