Wege, Pfade und Routen
Tourenbericht von Kauk vom 12. Mai 2012Gestern traute ich mich zum dritten Mal in Folge am Freitag Nachmittag in den Restschnee. Das gute Wetter musste genutzt werden, bevor die Eisheiligen antanzen. Diesmal gings auf den Besler (1679 m), Beslergrat (1668 m) und den Beslerkopf (1655 m) sowie die Rote Wand (1474 m)
Route: Parkplatz vor Riedbergpass - Schönbergalpe - Nordflanke - Besler - Beslergrat - Beslerkopf - Frieburgarsalpe - Nordflanke - Rote Wand - Toniskopf - Toniskopfalpe - Dinigörgenalpe - Schönbergalpe - Parkplatz
Der kostenlose Parkplatz (ca. 1390 m, Parkverbot von 22 - 7 Uhr) befindet sich an der Bushaltestelle von Grasgehren Richtung Balderschwang. Zunächst kurz an der Straße Richtung Balderschwang bis nach links ein Wegweiser und Fahrweg zur Schönbergalpe hinableitet. Damit geht es ungefähr zunächst 50 Höhenmeter runter. An der Alpe den Wegweisern zum Besler folgen, kurz oberhalb dann nach links vom Weg ins Lochbachtal ab in die Nordflanke. Hier zunächst die steilen Flanken aufwärts, später wird unter den Steilflanken und Wandabbrüchen nach Osten gequert. Weiter durch einen kleinen Schrofendurchlass und dann in der weiteren Querung sieht man schon das Gipfelkreuz des Beslers. Nun sind zwei Varianten möglich: ca. in der Hälfte nach rechts hoch in einen kleinen Einschnitt und über die Südseite zum Hauptgipfel (allerdings weiß ich da nicht genau wie das laufen soll, hab in umgekehrter Richtung den Weg unter Schnee nicht gefunden).
Variante 2 ist der kurze Klettersteig zum Gipfel. Dieser Steig wurde 2009 renoviert, hat ein durchgehendes Stahlseil und glaublich 2 Tritte. Der Fels ist arg abgespeckt, bei Nässe deshalb unangenehm. Schlüsselstelle ist ein Aufschwung im unteren Teil des Steiges (ohne Seil wohl etwas um II), wer den meistert kommt den Rest auch hoch. Der Rest ist dann im I Grad, Ende zweites Drittel nochmal schwerer. Oben dann nach links zum Plateauartigen Gipfel mit Kreuz, Buch und einer herrlichen Sicht auf die Oberstdorfer Bergkulisse zwischen Grünten und Widderstein.
Mangels Orientierung durch die Schneedecke hielt ich mich am Grat um Richtung Beslerkopf zu kommen. Nach kurzer Zeit kommt ein Schrofenaufschwung, hier am besten den Pfadspuren links nach unten folgen und den Felskörper umgehen. Vermutlich war das nicht der Normalweg, hab keine Markierungen gesehen. Ich bin noch den Schrofenaufschwung (II-) hoch und über den schmalen Grat an die Felsabbrüche heran. Diese fallen senkrecht nach Westen ab, kein Weiterkommen, aber schöner Blick auf das weitere Programm. Also zurück und auf dem Pfad weiter. Ich hab mich so nah als möglich an den Felsen gehalten, zwei Kletterer getroffen und dann um eine Felsnase ziemlich unangenehm abdrängend herum in den Einschnitt des Normalwegs. Hier waren dann auch wieder Markierungen, also war ich wohl auf dem falschen Weg. Weiter über den Graskopf des Beslergrats und nahe der Schneide zum Beslerkopf. Am kurzen Gipfelaufbau normalerweise links herum auf einem Pfad, ich bin jedoch direkt die Felsen hoch (I+).
Nun zu einer nahen Jadghütte und über den Wanderweg hinab ins Lochbachtal. Bald trifft man auf die freien Weideflächen und hat einen schönen Blick auf die Nordflanke der Roten Wand. Den dort befindlichen Schnee nutzte ich für den Aufstieg. Ziel ist der wenig ausgeprägte Sattel zwischen Roter Wand und Toniskopf, ihn erreicht man von Norden entweder über die freien Flächen im unteren Teil oder durch den lichten Wald. Oben dann über ebene Flächen zu einem Kessel unterhalb der Roten Wand, diesen hoch und nach links raus zum bewaldeten Gipfel. Trotzdem hat man gute Ausblicke nach Süden, wo der Gipfelaubau auch jäh abbricht und dem Namen alle Ehre macht. Ich bin der Kante noch nach Südwesten gefolgt und man kommt zu einem kleinen nach Süden vorragenden Ausläufer der Wand, hier kann man schön sitzen und genießen.
Abgestiegen bin ich nach Westen über den schwach ausgeprägten Plateaugipfel des Toniskopfs, hier eher am besten etwas rechts halten durch den Wald nach einer kleinen flachen Lichtung nochmals in die Bäume, auch eher rechts. Links sieht man bereits die freien Weideflächen, ich bin bei meiner Begehung aber über einen kleinen Rücken nach unten, hier leichte Pfadspuren und sogar eine rote Markierung. Das ganze leitet zu dem Rücken, der genau hinter der Toniskopfalpe nach oben zieht. Danach auf dem Fahrweg zur Dinigörgenalpe (1280 m). Wo die Fahrstraße nach rechts abknickt dem Fahrweg links folgen und kurz darauf rechts hinauf gegen Schafberg. Hier geht es dann nochmal 100 Höhenmeter nach oben, bevor die steilen Flanken auf gutem Weg gequert werden und man in Kürze zurück zur Schönbergalpe abgestiegen ist. Von hier dann nochmal die 50 Höhenmeter hoch zum Parkplatz.
Fazit: Vom Riedbergpass kurze Spritztour, wenn man nur den Besler macht, also gut geeignet für Feierabend, Sonnenauf- und -untergänge und ähnliches. Der Besler ist ein traumhafter Aussichtsberg (wenn auch nach Süden und Westen eingeschränkt), geht man bis zum Beslerkopf hat man das komplette Panorama gesehen. Die Rote Wand ist mehr bewaldet, oben ist es aber einfach traumhaft schön, mehr Ruhe als am Besler...
Hier stören die Geräusche der Rennmaschinen doch immer wieder.
Jetzt mit Schnee war die Rote Wand ganz gut zu gehen, im Sommer könnte ich mir vorstellen, das einige Passagen auch arg sumpfig sind. Das noch größere Problem könnte dann aber sein, die ganzen Stacheldrahtzäune zu überwinden, noch waren diese aber abgenommen. Die Länge des Rückwegs sollte nicht unterschätzt werden.



















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