Wege, Pfade und Routen
Tourenbericht von Kauk vom 21. Aug. 2011Inspiriert von den Festivaltour-Jungs hab ich vorgestern als Feierabend-Tour die Sulzspitze (2084 m) überschritten: Anfangs etwas arg heiß und schwül, aber mit einem wunderschönen Sonnenuntergang zum Finale.
Route: Parkplatz Haldensee (2,50 € für 5 Stunden) - Strindenscharte - Südsüdwestgrat - Sulzspitze - Nordgrat - Lochgehrenspitze - Parkplatz
Den ersten Teil der Tour kannte ich bisher nur aus dem Winter, aber auch im Sommer ist das Strindental zu empfehlen. Der Fahrweg hinauf zur Strindenscharte (1870 m) ist angenehm zu gehen und zieht sich trotz der Länge gar nicht mal so sehr. Nach der Querung des Strindenbachs vor der Steilstufe am Talende können die Serpentinen auf direktem Steig jeweils abgekürzt werden. Man folgt dem Fahrweg weiter Richtung Obere Strindenalm. Laut Karte gibt es auch hier nochmal einen Steig zum Abkürzen, der mir aber nicht wirklich aufgefallen ist. Aber ich wollte sowieso unter das Gelände der Lochgehrenspitze um mir den späteren Abstieg anzuschauen. Es empfiehlt sich dem Fahrweg bis zu seiner nördlichsten Kehre zu folgen und dann in die Westflanke zu schauen, um zu sich den besten Durchstieg einzuprägen.
Nach der Strindenscharte noch weiter auf dem Weg Richtung Gappenfeldalpe bleiben. Am Abzweig des Normalwegs hinauf zur Sulzspitze den Fahrweg verlassen und einfach geradeaus (westlich) weitergehen. Man trifft dann auf einen breiten Weg der zur Jagdhütte führt. Hinter dieser sieht man einen kurzen Steig hinaufführen, der einen zu einem kleinen Plateau bringt, von dem aus man problemlos den SSW-Grat erreichen kann. Man kann immer der grasigen Gratkante folgen, bis man vor den Felsen des Gipfelaufbaus steht.
Hier hat man nun drei Optionen: Kamin (II laut AVF, dürfte hinkommen), sowie zwei Umgehungen weiter rechts. Der Kamin hat augenscheinlich gute und ausreichend große Griffe, ist allerdings im unteren Drittel mal ziemlich eng und schmal. Hier bin ich leider auch mit dem Rucksack stecken geblieben und fand leider keine Lösung für mein Problem...deshalb hab ich die Umgehung gewählt.
Am Einstieg kann man um zwei Felsbrocken nach rechts rausqueren. Die erste Umgehungsmöglichkeit ist direkt im Anschluss links die Flanke hoch, es muss dann etwas geklettert (um I) werden, befindet sich allerdings auch im steilen, bröseligen und schotterigen Gelände. Es kann auch noch ein weiterer Felsen umgangen werden und über eher grasiges Gelände eine kurze Stufe erklommen werden und danach im anspruchsvolleren Gehgelände zurück zum Grat kommen.
Der Weiterweg zum Gipfel ist logisch und kann direkt am Grat (I) gemacht werden. Auch immer wieder nach links in die Flanke auszuweichen ist möglich und vermutlich leichter.
Für den Abstieg orientiert man sich nach Norden zum deutlich abgesetzten Graskopf im Grat hinter dem Gipfelplateau. Dieser kann entweder überschritten werden oder aus der Scharte leicht absteigend in der Flanke gequert werden. Ich hab mich für die Besteigung entschieden, da sich hier doch einige interessante Blickwinkel bieten. Nun steigt man hinab bis zu der Stelle von der man den Eindruck hat, dass es nur die steilen Felsfabbrüche ins Strindental oder die Steiltobel nach Westen hinabgeht. Das ganze löst sich aber überraschend leicht auf: eine grasige Mulde mit Tierpfad. Dieser führt ans nördliche Ende der Felsabbrüche der Sulzspitze.
Hier beginnt der Grasgrat, der über die Lochgehrenspitze letztendlich zum Vogelhörnle und Neunerköpfle führt. Bis zur Lochgehrenspitze ist der Grat (ausreichend) schmal, immer wieder ausgesetzt und blumenreich. Teilweise sind Pfadspuren vorhanden, die vermutlich mehr von Tieren stammen (es weiden Schafe und Gämsen). Insgesamt ist der Grat gut zu gehen, Problemstelle ist in meiner Richtung die erste kurze Steilstufe abwärts. Sie ist für mein Empfinden arg ausgesetzt und steil, nahezu senkrecht (im Rückblick sah das dann nach sehr brüchigen Schrofen aus, würde ich im Aufstieg vllt. sogar versuchen). Im Abstieg wollte ich da nicht auf Verdacht runter, hab mich aber bis an die Kante gewagt. Hier bin ich dann direkt in die Ostflanke runter und etwas zurückgequert zu einer kleinen Grasrippe. Auch das war sehr steil und nicht ohne. Deshalb empfiehlt es sich nicht zu weit den Grat entlang zu gehen, sondern gleich die Rippe hinabzusteigen bis zu einer kleinen Nase, von der ein Pfad durch steiles Gelände zurück zum Grat führt. Der Weiterweg zur Lochgehrenspitze ist dann unproblematisch, der Gipfel zum Schluss nochmal ordentlich steil.
Zum Abstieg den Gipfel überschreiten und die Ostflanke durch Gras hinab. Man sieht von oben bereits die angesprochene Kehre des Fahrwegs. Die Flanke ist unproblematisch zu begehen, es gibt verschiedene Varianten, zwei Mal wirds noch steiler. Nach der Querung des Höhenweges vom Neunerköpfle gilt es dann nur die grasige Schneise hinab zum Fahrweg zu treffen.
Fazit: Schöne Feierabendtour, nicht zu lang und im Bereich der Überschreitung wunderbar kurzweilig. Die Sulzspitze lohnt sowohl Sommers wie Winters, am Abend hat man sogar seine Ruhe. Durch das nach Norden geöffnete Strindental hat man Nachmittags bereits etwas Schatten vorallem natürlich in den Waldpassagen. Bereits relativ früh ist das ganze Tal im Schatten.
















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