Wege, Pfade und Routen
Tourenbericht von Kauk vom 30. Juni 2012Tourenvariante - vom Imberger Horn zum Schnippenkopf
Nachdem die Vorhersagen, was die Gewitterwahrscheinlichkeit anging, etwas widersprüchlich waren und auch kein Wetterdienst dies explizit ausschloss (bei der Witterung ja auch logisch) musste also eine Tour her, die einen Abbruch recht schnell zulässt. Meine Wahl fiel also auf das Imberger Horn (1655 m), dann über den Gerenkopf (1566 m) zum Sonnenkopf (1712 m) und weiter über den Heidelbeerkopf (1767 m) zum Schnippenkopf (1833 m).
Route: Parkplatz Strausberg - Strausberghütte - Nordflanke - Nordostrücken - Südgrat - Strausberg - Südflanke - Strausbergsattel - Ostrücken - Gerenkopf - Hühnermoos - Sonnenkopf - Heidelbeerkopf - Schnippenkopf - Retour Hühnermoos - Sonthofener Hörnle Westflanke und Nordflanke - Michael Schuster-Hütte (Naturfreundehaus) - Parkplatz
Ausgangspunkt für die Tour ist der Parkplatz Strausberg (1180 m). Man erreicht ihn von Imberg kommend auf einer Mautstraße (3€/Tag, zahlbar an einem Automat auf der rechten Seite kurz vor Beginn des mautpflichtigen Abschnitts), kurz bevor man an die Strausberghütte kommt rechts abbiegen und zum nahen Parkplatz. Danach zur Strausberghütte (1197 m) zurückwandern und auf der Teerstraße weiter, sie geht dann in einen Forstweg über und wird bald darauf zu einem Wanderweg. Dieser trifft nach kurzer Zeit auf den Weg, der von der Hornbahn herüberquert. Nun der Beschilderung nach rechts folgen und durch die teilweise steile Nordflanke zum Nordostrücken. Die Wege sind gut und ausreichend breit, eine rutschige Stelle wurde mit Drahtseilen versichert. Dann dem Nordostrücken folgend zum Gipfelaufbau. Hier gibt es die Möglichkeit nach links eine Querung anzugehen und "von hinten" auf den Gipfel zu gelangen oder man geht gerade aus weiter auf schotterigem Weg etwas unterhalb des Schrofengrates. Wer es etwas würziger will, hält sich direkt am etwas brüchigen Grat ohne Schwierigkeiten bis zum Gipfel des Imberger Horns.
Der Abstieg erfolgt dann Richtung Strausbergsattel über den Südgrat. Dieser ist vorallem im oberen Bereich deutlich felsdurchsetzter wie der Aufstiegsweg. Eine kleine unbedeutende Erhebung im Grat ist der Strausberg (1564 m) mit Gipfelkreuz und Buch. Kurz unterhalb des Gipfels gibt es wieder ein Geländerseil. Im weiteren Verlauf des Abstieg kommt nochmals eine nicht sehr schwierige Felspassage, die zusätzlich mit Drahtseil und künstlichen Tritten versehen wurde. Unten raus wird das Gelände moderater. Am Strausbergsattel kann man nun entweder Richtung Ausgangspunkt zurück oder ins Retterschwangtal (Alpe Mitterhaus) wandern.
Ich entschied mich für den weglosen Aufstieg zum Gerenkopf, um von dort auf den Sonnenkopfgrat zu gelangen. (Man kann den Gerenkopf auch um das Sonthofener Hörnle umgehen, die Beschreibung erfolgt bei meiner Abstiegsroute.) Zunächst geht man den Nordostrücken über die zwei freien Grasflanken an, die man sich am besten schon im Abstieg angeschaut hat. Oder man folgt den Spuren der Holzfällertrasse nördlich (zum Kreuz hin) und vorbei am ersten Einschnitt und dann den zweiten nach oben. Bei beiden Varianten findet man sich unter einer steileren Flanke mit Weidezaun, den man am besten sofort überklettert und dann den Bäumen nach rechts ausweicht um zurück auf den Rücken zu gelangen. Diesem folgt man durch den lichten Wald, mit Glück erwischt man einen Wildwechsel durch die teils hüfthohe Vegetation. Nun erreicht man den steilsten Aufschwung des Aufstiegs, eine dicht bewachsene Flanke, der Boden darunter übersät mit Ästen. Hier mühsam irgendwie hoch. Oben wirds dann wieder flacher, die Vegetation wird unter den Bäumen bald weniger, es gibt sogar Abschnitte mit freiem Waldboden. Kurz vor dem Gipfel schnürt sich der Rücken dann zum Grat zusammen. Eine grasbewachsene Stufe erklimmt man auf Spuren (ich denke es ist ein alter Jagdpfad, außer Wildtiere gehen auch in recht sinnvollen Kehren), die sich dann bis zum Gipfel gut weiterverfolgen lassen. Der Gipfel ist bewaldet und nicht sehr aussichtsreich, aber eine nette Lichtung gibt es.
Zum Abstieg durch den Wald auf zu erahnendem Pfad, aus dem Wald heraus über den nächsten Zaun und über Gras hinab ins Hühnermoos. Hier trifft man dann auf den Wanderweg, der einen endgültig auf den Sonnenkopfgrat bringt. Ab hier immer dem unschwierigen Weg folgend zunächst auf den Sonnenkopf, dann mit geringem Höhenverlust Richtung Heidelbeerkopf, der in der Westflanke wohl umgangen werden kann. Nochmals ein wenig hinab und dann das letzte Stück in einer sehr steilen Flanke auf den Schnippenkopf.
Der Rückweg zum Hühnermoos bleibt unverändert, hier dann nach links hinab zum Fahrweg. Den Schildern folgend zunächst Richtung Altdorfer Hof, später Richtung Strausbergsattel. Man quert dabei die Westflanke des Sonthofener Hörnles. Zuletzt auf einem selten gebrauchten Forstweg entlang bis zu dessen Ende. Hier ist ein Weidezaundurchlass mit Schildern, auf der Weide dann kaum Steigspuren, man orientiert sich eher nach rechts abwärts zum Zaun, dort ist ein weiterer Durchlass. Danach zeigt sich der Steig auf einer Wiese wieder besser. Dem Weg folgend hinab zu der Teerstraße, die vom Sonthofener Hof Richtung Strausbergsattel führt. Würde man dieser Straße und Richtung folgen, hätte man die oben erwähnte Umgehung des Gerenkopfs. Zum Abstieg aber links und auf der Straße etwas hinab bis zum Wegweiser zum Naturfreundehaus (Michael Schuster-Hütte), durch das kleine Tal und wieder hinauf zum Haus, links daran vorbei und in Kürze zur Straße, die nach links zum Ausgangspunkt zurückführt.
Fazit: Schöne, eigentlich unschwierige Kammwanderung, die sich durchaus auch in Höhenmetern summiert (ca. 1300) und eine nette Wegstrecke zurücklegt. Durch die freie Lage des Kamms bieten sich schöne Ausblicke ins Hintersteiner-, Retterschwang- und Illertal und die Gipfel darüber. Der Hauch von weglosem Abenteuer am Gerenkopf lässt sich aber mit Sicherheit in Zeiten von nicht ganz so hoher Vegetation besser genießen. Mit einem Mehr von ca. 500 Höhenmetern bei Rückweg über den Kamm lässt sich auch noch der Entschenkopf dranhängen, Gipfelsammler können im Abstieg noch das Sonthofener Hörnle mitnehmen.















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