Wege und Pfade
Tourenbericht von Kauk, vom 10. Mai 2011Am Sonntag gings für mich an den Hochtannbergpass (1676 m) und von dort auf den Liechelkopf (2384 m) und das (Walser) Geißhorn (2366 m).
Kostenlose Parkmöglichkeiten bieten sich direkt an der Straße sowohl beim Hotel Adler als auch beim Hotel Jägeralpe. Einheimische parken wohl direkt vor der Lawinengallerie nach Warth hinab und gehen dann im weglosen Steilgelände (Gras und Schrofen, um II) auf direktem Weg nach oben (durchstieg irgendwo rechts der Lawinenverbauungen, am besten rechts der Rinne in Aufstiegsrichtung). Dieses Erlebnis hatte ich, nachdem ich auf der Anfahrt einen alten Dornbirner Weglos-Bergsteiger aufgegabelt habe und er beschloss, den Anfang der Tour mit mir zu gehen. Meist weglos oder auf Hirten- bzw. Kuhpfaden ging es für uns Richtung Haldenwanger Kopf, wo wir wieder auf den markierten Weg trafen.
Normalerweise wird man aber auf dem Fahrweg nach Tschriggen gehen und von dort auf dem beschilderten Wanderweg hinauf aufs Koblat gelangen. Immer den Hinweisen Geißhorn/Mindelheimer Hütte folgend erreicht man den Südrücken des Geißhorns, auf dem sich der Weg gabelt und man die Wahl hat, direkt das Geißhorn anzugehen oder nach rechts Richtung Mindelheimer Hütte zu gehen. Das Geißhorn ist nicht schwierig zu besteigen, Trittsicher sollte man etwas sein. Der Weg verläuft über den Südrücken, meist nahe der Kante, jedoch nie ausgesetzt.
Bis hierhin war auf dem Koblat einiges an Schnee-Kontakt, der Weg nur teilweise frei, tiefer und südseitig alles frei, auch hinauf zum Geißhorn, sobald man die "Ebene" des Koblat hinter sich hat. In der nun folgenden ostseitigen Querung müssen noch viele Schneefelder gequert werden. Zunächst verläuft der Weg nahezu horizontal zur Scharte zwischen Geißhorn und Wildengundkopf. In den folgenden Karen liegt noch eine geschlossene Schneedecke, auch im weiteren Verlauf zur Mindelheimer Hütte findet sich dann noch das eine oder andere Schneefeld. Alles eher undramatisch und mittlerweile wohl auch mit passabler Spur (wenn das Tauwetter nicht schneller war), nur direkt von der Scharte gehts steil hinab.
Nach besagtem Abstieg folgte ich dem Weg noch bis auf einen kleinen Felskopf, bevor ich mich entschied, so wenig wie möglich Höhe zu verlieren und direkt zum Aufstiegsweg hinauf zum Liechelkopf zu queren. Im Sommer wird man dem Normalweg folgen, da sich in der Flanke nur Schutt und Geröll befindet. Solange ausreichend Schnee liegt ist die Alternative sicher angenehm, da man nicht hinab zum tiefsten Punkt des Weges im Kar muss. Hier wird das Gelände jetzt steiler, teilweise mit nassem Gras. Zu beachten sind auch die Flanken mit Schnee, auf mich machten sie aber einen sicheren Eindruck, es zeigten sich keine Anrisse, frische Abgänge und wenn Schnee beim Spuren rutschte, dann nur ganz selten und wenig.
Jedenfalls gelangte ich so angenehm in die Flanke unter der tiefsten Einschartung zwischen Geißhorn und Liechelkopf (hierher auch aus dem Gemsteltal, Pfadspuren waren zumindest im oberen Bereich sichtbar oder auf dem Weg von der Mindelheimer Hütte kommend). Im unteren Bereich besteht sie aus Schutt mit Pfadspuren, die teilweise schon freigeschmolzen waren. Im oberen Teil dann sehr steil und bröselig, mit Gras und Erde. Hier muss man sich irgendwie seinen Weg suchen, zumal Lawinenabgänge das Bild wohl jedes Jahr verändern. In der Scharte hat man dann das schwierigste hinter sich und befindet sich unter der Südwest-Abdachung des Liechelkopfs, durch die der weitere Anstieg verläuft.
Sinnvollerweise quert man erstmal auf einer gut sichtbaren Pfadspur ein Stück nach Westen und findet dann im schotterigen Gelände Pfadspuren, die immer nahe der Kante hinab ins Gemsteltal verlaufen. Alternativ über die grasigen Flächen. Kurz unterhalb des Gipfels trifft man bei beiden Varianten auf Felsen, die man nach rechts zum Gipfel umgeht. Auf dem gleichen Weg zurück und noch ein kurzer Abstecher hinauf zum Geißhorn.
Insgesamt eine schöne Tour mit großartigen Ausblicken, vorallem auf dem Liechelkopf. Hier hat man dann auch seine Ruhe, währrend unten an der Hütte und auf dem Geißhorn die Massen toben ;). Die Pfadlosigkeit und die Steilheit, sowie der Schnee um diese Jahreszeit würzen diese Tour. Dem Erfahrenen Bergsteiger bietet sich noch die Möglichkeit einer Überschreitung zum Elferkopf (wohl um II-III in ausgesetztem Gelände).











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