Hoch über der Gemeinde Burggen thront der Burgberg, ein geologisches Erbe der letzten Eiszeit. Heute wirkt die sanfte Kuppe wie ein friedlicher Aussichtspunkt, doch unter seinem Gras verbirgt sich eine jahrtausendealte Geschichte. Archäologische Funde belegen, dass bereits in der Bronzezeit Menschen diesen strategischen Ort unweit des Lechufers nutzten.
Besonders bedeutsam wurde der Berg im frühen Mittelalter (8. - 10. Jhdt.), als eine massive Ringwallanlage errichtet wurde. Diese diente der Bevölkerung mutmaßlich während der unruhigen Zeit der Ungarneinfälle als schützende Fliehburg. Obwohl keine steinernen Mauern überdauert haben, sind die künstlichen Terrassierungen und Gräben an der Nord- und Südwestseite bis heute erkennbar. Im 12. Jahrhundert etablierte sich hier der Adelssitz der Herren von Burggen, die als Ministeriale den mächtigen Welfen und Staufern dienten. Später wandelte sich die militärische Anlage zu einem administrativen Zentrum, dem „Meierhof zu Burgaw“. Dieser Hof besaß ab 1433 die Niedergerichtsbarkeit.
In der Nähe des Berges, ca. 600 Meter östlich, entdeckten Forscher zudem
alamannische Gräberfelder aus dem 6. Jahrhundert, deren Beigaben wie Schwerter und Glasperlen von einer kriegerischen, aber auch kunstfertigen Gesellschaft erzählen. Auch die Römer hinterließen ihre Spuren, da die berühmte
Via Claudia Augusta nur einen Steinwurf entfernt durch das Tal verlief. Heute steht der Burgberg unter doppeltem Schutz: als Bodendenkmal für seine reiche Historie und als Naturdenkmal für seine seltenen Trockenrasen-Biotope. Wer den Gipfel erklimmt, wird mit einem Panorama belohnt, das von den Allgäuer Alpen bis weit in das Voralpenland reicht.